17.03.2010 - 16:16

Kardinal Meisner ermutigt bei Schweigegang der Männer zur Glaubensfreude "Worauf warten wir eigentlich noch?"

Beim traditionellen Kölner Schweigegang am Wochenende hat Joachim Kardinal Meisner vor falschen Akzenten in der Kirche gewarnt. Es gehe nicht "Kirchensteuer, gesellschaftliche Akzeptanz oder eine bessere Presse", sondern darum, "alleine auf Gott" zu setzen.

"Ein Gebot der Stunde heißt für uns: Gott glauben", sagte der Kölner Erzbischof bei seiner Predigt am Samstagabend (09.04.2011) vor den Kölner Männern, die zuvor an der Wallfahrt teilgenommen hatten.

Es mache ihn "froh und glücklich", so Meisner, "dass Gott ist". Gottesliebe und Glaubensfreude würden das einzige Brot sein, "das die Christen von morgen und übermorgen noch satt machen wird". Die Freude am Glauben sei unsere Stärke. "Unser Elend liegt so oft daran, dass wir Gott nicht mehr schmecken."

Bußgang
Am Samstag pilgerten die Kölner Männer wieder zur Schmerzhaften Mutter Gottes nach Köln Kalk. Die Wallfahrt zum Gnadenbild hat das Dritte Reich, die Zeiten des Weltkrieges und der Glaubensgleichgültigkeit überdauert.

Die Wallfahrt fand am Vorabend zum Passionssonntag statt, seit über 80 Jahren. Anfang der Dreißiger Jahre gingen bis zu 30.000 Männer auf die Straße. Sie wollten pilgern gegen Not und Verfolgung. Für viele Städte und Dörfer ist der Schweigegang inzwischen zum Vorbild geworden. Philipp Laufenberg hat seit mehr als 30 Jahren keine Wallfahrt verpasst und sich überlegt, ein Buch über die Geschichte des Schweigegangs herauszubringen. Autorin Gudrun Schmidt brachte seine Erinnerungen zu Papier.