25.01.2009 - 09:30

Kapitelsamt im Kölner Dom Vierter Sonntag im Jahreskreis

domradio übertrug das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom. Zelebrant und Prediger war Prälat Josef Sauerborn, der Künstlerseelsorger im Erzbistum Köln. Es sang der Kölner Domchor unter der Leitung von Eberhard Metternich und Martin Meyer. Die Orgel spielte Winfried Bönig. Mit dem heutigen Kapitelsamt wurden 23 Knaben in den A-Chor des Kölner Domchors aufgenommen.

Gottes Wort beruhigt und beunruhigt zugleich. Es beunruhigt, weil es uns dort aufscheucht, wo wir uns eingenistet haben, wo wir denken, alles im Griff zu haben, und sei es unter Aufopferung aller unserer Kräfte. Gottes Wort beruhigt, weil es jedem, der es hört, klar vor Augen stellt, dass der Herr uns so nahe ist, dass wir seinem Gebot Folge leisten können. Es beruhigt, weil wir uns keine Sorgen um diese Welt machen müssen, sondern mit unserer Sorge für diese Welt Gott gleichgestaltet werden, der sich um die Welt sorgt und uns niemals aus seiner Verheißung herausfallen lassen wird. WortgottesdienstErste LesungDer Herr gibt seinem Volk die Zehn Gebote und das Volk ist erschüttert, erschüttert nicht über den Inhalt der Gebote, sondern weil es erkennen muss, dass sie vom Herrn sind. Man will dem Herrn nicht noch einmal direkt begegnen und erbittet sich einen Vermittler. Dieser wird dem Volk auch für die Zeit nach dem Tod des Mose versprochen. Wer nicht auf Gottes Wort hört und wer sich zu Unrecht auf Gottes Auftrag beruft, wird von Gott zur Rechenschaft gezogen. Weil die Zehn Gebote von Gott selbst sind, sind sie das Maß, an dem man ablesen kann, ob sich jemand zu Recht auf Gott beruft. Zweite LesungPaulus sieht die Sorge als ein Hauptübel und so tadelt er die, die sich Sorgen machen. Dabei unterscheidet er die einfache Sorge der Unverheirateten von der doppelten Sorge der Verheirateten. Erstere sorgen sich um den Herrn, Letztere um die Welt und den Partner. Doch im Angesicht des Herrn ist jede Sorge eine Störung. Egal in welchem Stand, Christen und Christinnen sollten sich nicht sorgen und sich schon gar nicht in ihren Sorgen zerstreuen. Es ist Dienst am Herrn, sich nicht zu sorgen, sondern darauf zu vertrauen, dass er bald kommen wird. Wen diese Erkenntnis und Gewissheit ergreift, wird sich keine unnötigen Sorgen mehr machen. EvangeliumNach Gott ist es bei Markus ein unreiner Geist, der Jesus erkennt, seine Gottesnähe anerkennt und ein Bekenntnis ausspricht. Die anderen Menschen waren zwar von den Worten Jesu betroffen, konnten aber nicht artikulieren, warum. Der unreine Geist dagegen merkt, wer ihm gegenübersteht. Und jetzt verstehen die Umstehenden: Hier ist neue Lehre mit Vollmacht. Jesus redet nicht einfach so daher, sondern sein Wort bewirkt etwas. Wie eindrücklich schlicht und doch bedeutungsvoll muss dieses Wort gewesen sein, dass es heute noch zu vernehmen ist durch alle Überlagerungen der Geschichte hindurch. Herr, lass mich dein Wort hören und lehre mich das Bekenntnis des unreinen Geistes.Gott allein genügtNichts soll dich ängstigen,nichts dich erschrecken. Alles geht vorüber. Gott allein bleibt derselbe. Alles erreicht der Geduldige, und wer Gott hat, der hat alles. Gott allein genügt. Teresa von Ávila(Quelle: Messbuch 2009, Butzon & Bercker Verlag)