29.06.2008 - 08:57

Kapitelsamt aus dem Kölner Dom - Silbernes Priesterjubiläum Prälat Radermacher Hochfest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus

domradio übertrug am Hochfest Peter und Paul das Kapitelsamt mit Domkapitular Prälat Hans-Josef Radermacher anlässlich des Patroziniums des Hohen Doms zu Köln. Zugleich feierte Hans-Josef Radermacher sein silbernes Priesterjubiläum - deshalb predigte der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner. Zum Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus sangen Gastchöre die Messe zu Ehren der Hl. Cäcilia von Josef Venantius von Wöß.

Ein galiläischer Fischer und ein Zeltmacher aus Kleinasien, Petrus und Paulus, zwei fromme Juden, die sich von Jesus in der Mitte ihrer Existenz berühren ließen. Die Kunde von Jesus, Gottes Christus, wollten beide der ganzen Welt weitergeben. Dies führte den einen wie den anderen ins Zentrum des römischen Großreiches. Die kollegiale Mission von Paulus und Petrus mündete geschichtlich im Petrusamt. Doch die Vorrangstellung Roms und seines Bischofs konnte sich nur entwickeln, weil dort nicht nur einer, sondern zwei der großen Apostel gewirkt und ihr Leben gelassen haben: Petrus und Paulus. WortgottesdienstErste Lesung Wer war Petrus? Simon Petrus war ein wahrer Freund und Vertrauter und der erste Jünger Jesu. Er erkennt in Jesus den Messias. Doch einen Messias, dessen Weg sich im Leiden vollendet, kann und will er nicht denken. Jesus preist ihn für seine Antwort selig - und nennt ihn wenig später „Satan" (Mt 16,16-19.21-23). Im Garten Getsemane schläft auch Petrus schlicht ein (Mk 14,37). In der Verleugnungsszene schwört er einen Meineid (Mt 26,73), aber er ist der Einzige, der Jesus bis in den Hof des Hohenpriesters gefolgt  ist (Mt 26,58). Petrus weint über sein eigenes Versagen (Mt 26,75). Nach der Wende von Ostern wird er zur Autorität der Jerusalemer Urgemeinde. Als Herodes Agrippa I. die Leiter der Gemeinde verfolgen lässt, um rechtgläubig zu erscheinen, stirbt Jakobus durch das Schwert,  Petrus aber kann auf wunderbare Weise entkommen und wirkt durch erfolgreiche Missionsreisen bis zu seinem Martyrium in den 60er-Jahren des ersten Jahrhunderts in Rom. Zweite LesungWer war Paulus? Aus seinen Briefen tritt uns ein liebevoll um das Wohl der ihm anvertrauten Menschen besorgter Missionar entgegen, ein Seelsorger, zugleich ein unerschrockener Streiter und manchmal harter Kämpfer. Paulus war Visionär, Mystiker und Prophet, ein frommer, tiefer Theologe, ein großer Denker, tolerant und ein Eiferer. Er lebt und stirbt für Jesus, den Christus. Gottes erwähltem Volk Israel ist und bleibt er auch im Konflikt treu.Wer war Paulus? Der Brief an Timotheus zeigt uns einen Menschen, der sich rastlos und restlos verausgabt im Dienst des Messias, seines Herrn. Aus seinem Glaubensmut schöpfen auch wir. Evangelium„Er heißt: Der Fels" (Dtn 32,4). Im Alten Testament ist der Fels ein Gottesbild. Die Psalmen hoffen auf Jahwe als schützenden und rettenden Felsen (Ps 62,8; 89,27). Doch auch die fundamentale Bedeutung Abrahams, des Stammvaters Israels, wird im Bild des Felsens zur Sprache gebracht: „Blickt auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid … Blickt auf Abraham, euren Vater" (Jes 51,1-2). Auch Jesus wählt für sich einen Felsen. Petrus wird eine der drei „Säulen" (Gal 2,9) der Gemeinde Jesu Christi, die sich nach Ostern zur Kirche aus Juden und Heiden wandelt. Wegweisende Entscheidungen sind mit dem Namen des Petrus verbunden. Gott, der Fels, trägt die Welt nicht anders als durch Menschen, die Menschen tragen. (Quelle: Messbuch 2008, Butzon & Bercker Verlag)