26.07.2009 - 09:10

Kapitelsamt aus dem Kölner Dom Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

domradio.de übertrug am siebzehnten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom. Es zelebrierte Domkapitular Norbert Trippen. In seiner Predigt würdigte er die Leistung des kirchlichen Hilfswerkes Misereor zu dessen 50-jährigen Bestehen.

Gott ist der Geber des Lebens. Brot ist lebenswichtig. Brot ist Lebensmittel. Brot ist Leben. Wir leben aus Gottes Hand. Anders gesagt: Wir leben von Gottes Brot. Wir leben von Gott. Das sind Wahrheiten, die Menschen von heute nicht gerade naheliegen. Sorgen wir etwa nicht selbst für uns? Sind wir nicht einigermaßen wohlhabend und erfolgreich - oder wenigstens sozialversichert? Wir Menschen können unser Leben letztlich nicht sichern, aber wir müssen es auch nicht: Wir sind eingeladen zum Tisch des Herrn. WortgottesdienstErste LesungVon mehreren Wundertaten des Elischa, Nachfolger des Elija, wird in den ersten Kapiteln des zweiten Buches der Könige erzählt; manche davon bleiben rätselhaft (vgl. etwa 2 Kön 2, 22-25). Das "Brotwunder" erinnert an den Auszug aus Ägypten, als Gott das Volk Israel mit Manna speiste (Ex 16). Und es deutet darauf hin, wie auch Jesus die Menschen mit nur wenigen Broten und Fischen dennoch satt machen wird (vgl. Joh 6, 1-15). Aus kleinsten Vorräten erwächst eine schier unermessliche Fülle: Zeichen der überfließenden Gnade Gottes, die nicht nur sättigt, sondern sogar noch so viel übrig lässt, dass man anderen davon abgeben kann.Zweite LesungEin fast beschwörender Ruf zur Einheit. Der Briefschreiber appelliert immer wieder an die Gemeinde in Ephesus, und doch: Einheit ist zuerst und zuletzt ein Geschenk. Friede hält die Gemeinde zusammen wie die Hoffnung, die den Glaubenden gegeben ist. Einheit beruht nicht auf unseren Bemühungen, sondern darauf, dass wir den uns geschenkten Frieden und die Hoffnung erkennen, die uns als Christen und als Kirchen verbindet. Daher ist das Gebet um die Einheit vor allem die Bitte um die Erkenntnis des Verbindenden. Es ist ein Herr, der allen diesen Frieden und die Einheit schenkt. Die Bitte um solche Erkenntnis entbindet nicht von Bemühungen um ein tieferes Miteinander, aber sie entlastet ungemein.  Evangelium Als einziges der Wunder Jesu wird die Speisung der Fünftausend in allen Evangelien erzählt. Schon dies deutet auf die zentrale Bedeutung des Brotes, der Eucharistie  hin. Erst in der Rede in Kafarnaum, einige Verse später (V. 22ff.), erklärt Jesus selbst dieses Wunder: Er ist das Brot des Lebens. Niemand wird hungern oder dürsten, wer von diesem Brot isst. Eine Besonderheit bei Johannes findet sich am Ende der Erzählung: Das Volk will - begeistert von diesem Wunder - Jesus zu seinem König machen. Doch er entzieht sich, lässt sich nicht zum Magie-Star machen, dessen Ruhm schnell verpufft. Er will mit Leben speisen; das vermag das Strohfeuer einer bloßen Wunderbegeisterung nicht. (Quelle: Messbuch 2009, Butzon & Bercker Verlag)