Reinhard Kardinal Marx
Kardinal Marx: deutscher Großprior des Ritterordens
Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
Mitglieder des Ritterordens

25.05.2013 - 15:00

Investiturfeier der Grabesritter im Kölner Dom Kardinal Marx: Zweckfrei vor dem Herrn

Wer nur in Ehrgeiz verhaftet ist, wird keinen Zugang zum Reich Gottes finden, betont Kardinal Marx. Der Kardinal predigte bei der Investiturfeier des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem im Kölner Dom. domradio.de übertrug live.

Die neuen Grabesritter rief der Kardinal dazu auf, Verteidiger des Osterglaubens in der Gegenwart zu sein. Gerade der Ritterorden sei aufgerufen, in seiner jeweiligen Zeit Zeugnis abzulegen.  

Die Gesellschaft gestalten

Der Münchner Erzbischof ist seit 2006 Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens. Er warnte davor, die Gesellschaft nach dem „Ich“ auszubauen, das sei ein Grundkonstruktionsfehler. Erst mit den Anderen könnten wir die Fülle des Menschseins erreichen.

In seiner Predigt kritisierte der Kardinal die jüngsten US-Forschungen mit embryonalen Stammzellen. Es gebe die Gefahr, dass Menschen in Zukunft geklont werden. Zwar sei die Menschheit noch nicht soweit, meinte Marx, aber die Möglichkeiten würden sich ausweiten.Außerdem blickte der Erzbischof auf die "aufregende" Geschichte des Kölner Doms zurück. 

80. Jubiläum der Deutschen Statthalterei

Die Deutsche Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem feiert in diesem Jahr ihr 80. Jubiläum. Bei der Frühjahrs-Investitur wurden 33 neue Mitglieder aufgenommen. Gastgeber ist die Komturei Heilige Drei Könige in Köln.

Die Kandidaten legten während des Investiturgottesdienstes ein Ordensgelöbnis ab und erhielten die Ordensinsignien, das fünffache Jerusalemkreuz als Brustkreuz am Band sowie den Ordensmantel mit dem roten Jerusalemkreuz. Die Mitglieder der Deutschen Statthalterei treffen sich zweimal jährlich in einer deutschen Stadt, um neue Ordensmitglieder aufzunehmen.

Bundesweit gehören dem Orden etwa 1.300 Mitglieder in 6 Ordensprovinzen und 37 Komtureien an. Weltweit sind mehr als 20.000 Mitglieder in dem Orden aktiv. Einziges Ziel ist es, Christen im Heiligen Land zu helfen. Dort fördert der Orden Sozial- und Bildungsprojekte und Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime oder Hochschulen. Diese sind unabhängig von ihrer Religion offen für alle Menschen.

Die Ritter und Damen verpflichten sich zu Mildtätigkeit und Treue zur Kirche. Sie sind aufgerufen, ihr eigenes spirituelles Leben zu festigen und weiterzuentwickeln. Vom 27. bis 29. September kommen die Ordensritter in Jerusalem zur Herbst-Investitur zusammen.

(dr, kna)