Die Spitzen des Kölner Doms im Abendlicht
Der Kölner Dom

08.12.2020 - 18:30

Pontifikalamt im Kölner Dom Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Weihbischof Rolf Steinhäuser blickt in seiner Predigt im Pontifikalamt am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria auf die Erwählung Mariens. Er erklärt, warum die Mutter Gottes die "Begnadete" ist.

An Maria zeige Gott, wie er sich den Menschen eigentlich gedacht hat, so Weihbischof Steinhäuser. Gott beschenke Maria "vom ersten Tag an mit seiner ganzen Gnade".

Die Begnadete

Deshalb könne der Engel im Evangelium Maria auch "Begnadete" nennen, so der Kölner Weihbischof weiter. Mit der Erwählung Mariens beginne die Geschichte des neuen Bundes Gottes mit den Menschen – eine Geschichte, die bis heute nicht abgeschlossen sei. "Christus, der aus dem Schoß Mariens geboren wurde, eröffnet uns allen wieder den direkten Zugang zu Gott", so Steinhäuser.

In der Taufe geschehe mit den Christen das, was Gott im Hinblick auf die Verdienste Christi bei Maria vorweggenommen habe: Die Begnadung und die Löschung der Erbschuld. "Als Getaufte stehen wir genauso wie die Gottesmutter wieder im vollen Licht göttlicher Liebe," erklärt Weihbischof Steinhäuser. "Und weil wir Begnadete sind, heißt der Zuspruch in jeder Messe 'Dominus vobiscum' – 'Der Herr ist mit euch'." Maria habe auf diese Zusage mit ihrem ganzen Leben geantwortet. "Wir stehen noch mittendrin in unseren Antwort-Versuchen", schließt Steinhäuser.

Übertragung

DOMRADIO.DE übertrug am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, kurz: Mariä Empfängnis, das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Rolf Steinhäuser. Es sang das Vokalensemble Kölner Dom unter der Leitung von Eberhard Metternich. An der Orgel: Winfried Krane

Erbsünde

Das Dogma der »ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria«, das Papst Pius IX. 1854 verkündet hat, bezieht sich auf eine Grundaussage unseres Glaubens: Gott setzt in Maria einen radikalen Neuanfang in seiner Geschichte mit den Menschen und unterbricht durch seine Menschwerdung den Kreislauf des Bösen.

Mit »Erbsünde« ist kein persönliches falsches Verhalten vor Gott gemeint, sondern ein Hang zum Bösen und zum Tod, der seit der Sünde Adams auf der Menschheit lastet. Indem Gott Maria zur Mutter seines Sohnes erwählt, bewahrt er sie vor diesem Makel. Sie entspricht dieser Berufung durch ihr »Ja«, das sie durchträgt bis unter das Kreuz Jesu.

Deshalb feiert die Kirche sie als Ersterlöste und Urbild der Menschheit. An ihr wird deutlich, wie Gott den Menschen von seinem Ursprung her gemeint hat; sie ist das unverdorbene Konzept Gottes vom Menschen.

Aus: TeDeum – Das Stundengebet im Alltag, Dezember 2020, www.tedeum-beten.de