22.08.2008 - 11:44

Hochamt in lateinischer Sprache aus dem Kölner Dom - Predigt in Bild und Ton 21. Sonntag im Jahreskreis

domradio.de übertrug am 21. Sonntag im Jahreskreis das Hochamt in lateinischer Sprache aus dem Kölner Dom. Es zelebrierte Weihbischof Manfred Melzer.

Es singt der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Domkantor Oliver Sperling. An der Orgel: Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig. Sie hören die "Missa pro pueris et pro puellis" von Christian Matthias Heiß. Zum Einzug erklingt der gregorianische Choral "Tria sunt munera".„Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort." Was der Dichter Joseph von Eichendorff da ausdrückt, ist eine Menschheitserfahrung. Es braucht manchmal das entscheidende, befreiende Wort, das Schlüsselwort, das Schlüsselerlebnis, damit sich mir ein Mensch oder eine Situation erschließen, damit ich durch-komme. Das aber gilt für alles Tiefe im Leben: für Wahrheit und Liebe,  für das Geheimnis „Reich Gottes" und „Himmelreich", ja  für „Gott". Paulus hat den „Schlüssel" gefunden, Simon Petrus hat ihn gefunden - vielmehr: er wurde ihnen geschenkt. Lernen wir von ihnen und an ihnen!WortgottesdienstErste Lesung Mit Schebna und Eljakim sind vermutlich zwei hohe Hofbeamte des Königs Hiskija gemeint, von denen auch im Zusammenhang mit der Belagerung Jerusalems durch den Assyrerkönig Sanherib (701 vor Christus) die Rede ist (2 Kön 18,18). Der eine wird aus dem Amt gejagt, der andere bekommt die großen Schlüssel des königlichen Palastes auf die Schultern gelegt. Er bekommt damit die Schlüsselgewalt, die Herr-schafts- und Verfügungsgewalt über das Haus David, er wird zur „Schlüsselfigur". Ein Bild, das auch uns nicht fremd ist, auch wenn die Schlüssel inzwischen kleiner ge-worden sind.Zweite Lesung Diese Worte des Paulus sind der krönende Abschluss seines Gedankenganges, der Röm 9,1 begonnen hat. Dem Apostel ist durch den Geist Gottes geschenkt worden, etwas von der Tiefe Gottes zu erahnen. Eines Gottes, dessen Weisheit „totaliter ali-ter", ganz anders ist als die Weisheit der Welt, der sich der Heiden wie der Juden erbarmt, der aus Tod und Unvermögen Leben schaffen kann, der im Letzten Ge-heimnis ist. Da bleibt nur mehr ergriffener Lobpreis! EvangeliumSimon Petrus hat auf der einen Seite einen klaren Vorrang unter den Jüngern Jesu: Er ist als Erster von Jesus berufen worden, er wird auch einer der ersten Auferstehungszeugen sein. Ihm hat Gott das Geheimnis eröffnet, wer Jesus wirklich ist. So kann er Fundament-Stein, Felsstein für Kirche sein. Deshalb wird ihm übertragen, den Zugang zum Evangelium, zum Himmelreich, zu Gott den Menschen nicht zu verschließen - wie manche es tun (Mt 23,13) -, sondern aufzuschließen. Das ist seine „Schlüsselgewalt"; „Gewalt" bedeutet hier „Macht". Aber der gleiche Simon Petrus ist auch der Jünger, der immer wieder in seiner menschlichen Schwäche gezeigt wird, in seinem Versagen. Insofern erschließt uns dieser Simon und sein Leben, was es heißt, Jünger Jesu zu sein: Auch wir müssen keine Helden und sollen keine Herren des Evangeliums sein, sondern bescheidene Diener und Dienerinnen, die den ei-gentlichen Schlüssel (Apk 1,18. 3,7) und Felsen (1 Petr 2,8) in Jesus Christus erken-nen und den Menschen den Zugang zu IHM eröffnen. (Quelle: Messbuch 2008, Butzon & Bercker Verlag)