19.04.2008 - 18:14

Hochamt aus dem Kölner Dom Sechster Sonntag der Osterzeit

domradio übertrug am sechsten Sonntag der Osterzeit das Hochamt unter der Leitung von Domvikar Oliver Dregger aus dem Hohen Dom zu Köln. Es war die Erstkommunionfeier der Kölner Domsingschule. Der Kölner Domchor sang unter der Leitung von Eberhard Metternich.

Nicht erst die Auferstehung, bereits der Tod Jesu fordert den menschlichen Geist heraus.  Trotzdem legte die kirchliche Überlieferung seit jeher Wert darauf, dass wir über den Glauben nachdenken, dass wir ihm im Denken nachgehen. Glauben ist ja nicht einfach Nicht-Wissen, sondern verlangt den ganzen Menschen, sein Verständnis und seinen Verstand. In den Texten dieses Sonntags geht es um den Zusammenhang von Glauben und Vernunft, und in dieser Besinnung nähern wir uns dem Ereignis des Geistempfangs.WortgottesdienstErste Lesung Glaube lebt von Begeisterung. Er ruft die Glaubenden heraus und drängt nach außen. Entsprechend beschreibt Lukas die Situation der Jerusalemer Gemeinde: Philippus, der in den Siebener-Kreis gewählt worden ist, verkündet das Evangelium in Samarien; er findet Gehör und trägt somit den Glauben an Jesus als den Christus über die Grenzen von Jerusalem hinaus. Diese Begeisterung des Glaubens aber entspringt einer Begabung, die von Gott kommt. Der Empfang des Geistes steht darum im Zentrum der ersten Lesung. Durch Gottes "Inspiration", durch eine Begabung mit dem göttlichen Geist - lateinisch: "spiritus" - wird der Mensch zum Glaubenden. Zweite Lesung Die Ausweitung des Glaubens von der hebräischen Lebenswelt in den Bereich der hellenistischen Kultur bedeutete Übersetzungsarbeit. Von Beginn an stehen daher die Gläubigen vor der Notwendigkeit, ihren Glauben zu reflektieren. "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt" (1 Petr 3,15). Dieses Gebot der ersten Stunde ist heute aktueller denn je. Erst wenn wir Rechenschaft ablegen können von der Hoffnung, die uns erfüllt, und von dem Glauben, der uns begeistert, wird die Botschaft glaub-würdig. Nur so können wir für seine Wahrheit und Relevanz einstehen. Nur ein Glaube, der nach Einsicht sucht, wird Zukunft haben - umso mehr dann, wenn uns die Grenzen dieser Einsicht bewusst sind. Zum Glauben gehört auch seine Unverfügbarkeit, die uns aber nicht sprachlos und abweisend machen darf, sondern Anreiz ist und Einladung zu weiterem Gespräch. Evangelium In einem Testament regelt man Nachlässe und klärt Erbschaften. So auch hier: Jesus trifft Anweisungen für das Leben seiner Jünger nach seinem Tod. Der Beistand, den er ihnen verheißt, wird als "Geist der Wahrheit" bezeichnet. Es ist jener Geist, der das rechte Verhalten anzeigt und beim Halten der Gebote hilft. Worin besteht nun dieser Geist? Der Geist schafft Gemeinschaft und Beziehung. Daher ist der Geist der Wahrheit, der die Jünger untereinander und mit Jesus verbinden soll, derselbe Geist, der auch den Vater mit dem Sohn eint. Dieser Geist ist die Liebe, durch die wir alle einbezogen sind in die Beziehung mit dem Vater: "Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch" (Joh 14,20). (Quelle: Messbuch 2008, Butzon & Bercker Verlag)