Figuren der Apostel Petrus (l.) und Paulus (r.) im Vatikan
Figuren der Apostel Petrus (l.) und Paulus (r.) im Vatikan
Kölner Dom
Kölner Dom
Dompropst Gerd Bachner
Dompropst Gerd Bachner
Domkapellmeister Metternich dirgiert den Kölner Domchor
Domkapellmeister Metternich dirgiert den Kölner Domchor

29.06.2019 - 18:30

Hochamt im Kölner Dom Heiliger Petrus und Heiliger Paulus – Hochfest

DOMRADIO.DE übertrug am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, dem Patrozinium der Hohen Domkirche, das Hochamt aus dem Kölner Dom mit Dompropst Gerd Bachner. Es sangen und musizierten der Kölner Domchor mit ehemaligen Sängern sowie das Kölner Kammerorchester unter der Leitung von Eberhard Metternich. An der Orgel: Ulrich Brüggemann

Anders als sonst üblich wird das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus nicht am Todestag der Heiligen gefeiert, sondern möglicherweise ist der Tag der Übertragung der Reliquien in die Kirche S. Sebastiano an der Via Appia am 29. Juni 258 ausschlaggebend für den heutigen Festtag. Im Jahr 354 wird das Fest erstmals im römischen Kalender genannt.

Petrus, der Bruder des Apostels Andreas, stammte aus Betsaida am See Gennesaret. Er hieß ursprünglich Simon, erhielt aber von Jesus den Beinamen Petrus, d. h. der Fels (vgl. Mt 16,18). Von Beruf war Petrus Fischer. Er war verheiratet und wohnte mit seiner Familie in Kafarnaum. 

Bei Cäsarea Philippi war es Petrus, der Jesus als Messias bekannte. Jesus gab ihm eine Führungsrolle unter den Aposteln, wohl wissend, dass der „starke“ Petrus auch sehr „schwach“ sein konnte. Das Johannesevangelium kennt neben der dreimaligen Leugnung des Petrus, Jesus zu kennen (vgl. Joh 18,12–27), die dreimalige Frage des Auferstandenen an Petrus: „Liebst du mich?“ (Joh 21,15–17) Über das Wirken des Petrus nach Tod und Auferstehung Jesu wissen wir nur wenig: Zuerst in Jerusalem tätig, missionierte er anschließend in Antiochia und Kleinasien. Die Apostelgeschichte (12,6–11) berichtet von seiner wunderbaren Rettung aus dem Gefängnis des Königs Agrippa (um 44 n. Chr.). Beim Apostelkonzil in Jerusalem um 48 n. Chr. treffen Petrus und Paulus zusammen. Zuletzt hielt Petrus sich in Rom auf, wo er unter Kaiser Nero um 67 n. Chr. den Märtyrertod am Kreuz fand.

Um das Jahr 10 n. Chr. wurde Paulus – mit hebräischem Namen Saulus – im kilikischen Tarsus geboren. Als Sohn eines Pharisäers streng religiös erzogen, wurde er selbst Pharisäer (vgl. Apg 23,6) und später ein radikaler Christenverfolger. Sein glühender Eifer gegen die Christen verwandelte sich aber in eine ebenso glühende Christusliebe, nachdem ihm vor Damaskus in einer Vision der auferstandene Christus begegnet war. Paulus ließ sich taufen und verbrachte drei Jahre in der Einsamkeit, bevor er dem Petrus und den übrigen Aposteln in Jerusalem begegnete. Auf seinen drei Missionsreisen wurde er zum Apostel der Völker. Beim Apostelkonzil in Jerusalem (48) erreichte er die grundsätzliche Zustimmung der Urgemeinde zu seiner Heidenmission. Durch viele Briefe hielt er regen Kontakt mit den von ihm gegründeten Gemeinden und setzte sich leidenschaftlich für das Evangelium ein. Unter Kaiser Nero erlitt Paulus um das Jahr 67 n. Chr. den Tod durch das Schwert.

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Juni 2019