Kardinal Rainer Maria Woelki am Hochfest der Erscheinung des Herrn in Köln
Kardinal Rainer Maria Woelki am Hochfest der Erscheinung des Herrn in Köln
Sternsinger am Hochfest der Erscheinung des Herrn in Köln
Sternsinger am Hochfest der Erscheinung des Herrn in Köln
Als Sterndeuter verkleidet ziehen Jungs und Mädels in dieser Zeit von Tür zu Tür
Als Sterndeuter verkleidet ziehen Jungs und Mädels in dieser Zeit von Tür zu Tür
Dreikönigenschrein
Dreikönigenschrein

06.01.2018 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom am Hochfest der Erscheinung des Herrn Für eine "Sternstunde der Anbetung"

Am Tag der Erscheinung des Herrn hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zum Gebet für Priester aufgerufen. Außerdem hat er eine Stiftung gegründet, um Berufungen zu fördern: "Rogamus" – "Lasset uns bitten".

Die Weisen aus dem Morgenland seien die ersten gewesen, die nach dem Stern Gottes Ausschau gehalten haben, begann Kardinal Rainer Maria Woelki seine Predigt am Fest der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom. "Heute gehen sie in die Knie – vor dem Kind in der Krippe", betonte er. "Sie vertrauen sich ihm an und überlassen sich ihm: eine Sternstunde der Anbetung", so Woelki.

Christen glauben nicht an Zufälle, fuhr der gebürtige Kölner fort. Christen glauben an Fügung. Deswegen sei es kein Zufall, dass die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus auf die "Anbetung der Magier dem Kind in der Krippe gegenüber" hinauslaufe.

Schenken und Loslassen

Mit Leib und Seele hätten sich die drei Könige an das Kind in der Krippe beschenkt. Die Geschenke dienten auch dem Zweck, sich zu lösen: "von ihrem bisherigen und reichen Leben." Jetzt, wo die Könige einen nämlich "ganz anderen und viel kostbareren Reichtum gefunden haben, den Reichtum du Sinn ihres Lebens", hätten  sie ihr bisheriges, reiches Leben nicht mehr nötig.

Was mit den Magiern damals geschehen war, das wolle auch "heute mit uns geschehen", so der Kardinal: "Deshalb braucht es heute, unter uns, in dieser Welt und in unserem Erzbistum den Dienst der Sterndeuter fortsetzen, die die Zeichen der Zeit erkennen und sie für alle sichtbar", forderte Woelki.

"Es braucht uns"

Es brauche Berufungen für diesen Dienst der Sterndeuter, um heute Menschen zu Christus zu führen, forderte Woelki. Solche Berufungen gelte es zu entdecken, stärken und zu fördern. In jedem Gläubigen stecke seit der eigenen Taufe eine solche Berufung, sagte Woelki und erklärte: "Es ist unser aller Berufung zum Christsein, es ist unsere Berufung zur Nachfolge Jesu!"

Es gehe darum, Christus heute spürbar zu machen und ihm ein Gesicht zu geben, mahnte Woelki an: "Nicht irgendein Gesicht: ein Gesicht. Damit er durch mich, heute, leben wirken lieben hoffen kann."

Berufungen zum Priestersein

Die Kirche brauche Gemeinde- und Pastoralreferenten sowie Diakone. Und ganz besonders bedürfe es neuer Priester, machte der Kardinal deutlich. "Haben Sie den Mut, junge Menschen, denen sie eine solche Berufung zutrauen, persönlich anzusprechen und sie zu ermutigen", forderte Woelki.

Woelki habe einen Traum, teilte er den Gläubigen mit: Zukünftig solle die Kapelle des Kölner Maternushauses als Ort dienen, "an dem Tag und Nacht der Herr mit der Bitte um Berufungen, besonders zum Priestertum, bestürmt werden soll", sagte er und kündigte die Gründung einer Stiftung zu diesem Zwecke an.

"Rogamus" heißt "Lasset uns bitten"

Die vom Kardinal angekündigte Stiftung zur Förderung geistlicher Berufungen trägt den Namen "rogamus". Sie solle Projekte finanzieren, die junge Frauen und Männer dabei unterstützen, Gottes Ruf an sie zu hören. Die Erträge würden dazu verwendet, die klassische Priesterausbildung zu ergänzen, hieß es. Jede Form der Berufung solle gefördert werden, betonte der Kardinal zum Start. Es werde Angebote sowohl für die Förderung des priesterlichen und diakonischen Nachwuchses als auch für neue Pastoral- und Gemeindereferenten beziehungsweise -referentinnen gebe.

"Berufungen müssen und wollen erbetet werden", so Woelki. "Adoration for Vocation" sei das Leitwort, das er für das Bistum ausgeben wolle. Die Stiftungskapital stammt laut Angaben aus dem Privatvermögen des Erzbischofs sowie aus zweckgebundenen Nachlässen an den Erzbischöflichen Stuhl. Die Stiftungsmasse befinde sich noch im Aufbau, so dass über die Höhe erst zu einem späteren Zeitpunkt Auskunft gegeben werden könne, hieß es.

Übertragung des Gottesdienstes bei uns

DOMRADIO.DE übertrug am Hochfest der Erscheinung des Herrn um 10 Uhr das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Es sang die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane. An den Orgeln: Winfried Bönig und Stefan Klösges

(DR, KNA)

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