Kölner Dom
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Neuer Dompropst: Msgr. Guido Assmann
Neuer Dompropst: Msgr. Guido Assmann
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln

20.09.2020 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom mit Einführung des neuen Dompropstes Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE überträgt am fünfundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Dompropst Guido Assmann. Es singt der Kölner Domchor unter der Leiung von Eberhard Metternich und Gregor Loers. An der Orgel: Winfried Krane

Der neue Dompropst wird in diesem Kapitelsamt in sein Amt eingeführt. 

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Mt 20,1-16)
von Hans Urs von Balthasar

Jenseits der Gerechtigkeit.
Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ist wohl zu beachten, was gezeigt werden soll: dass Gott in seiner freien Güte das Maß der zumessenden Gerechtigkeit sehr wohl überschreiten kann und es auch in einem fort tut. Die Freiheit wird betont: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?“ Und ebenso die Güte: „Oder bist du neidisch, weil ich gütig bin?“ („zu andern“ steht nicht im Text). Man kann das Gleichnis gewiss auf das Judentum und das Heidentum anwenden: die Juden haben vom frühen Morgen an gearbeitet, die Heiden kamen in elfter Stunde hinzu. Aber faktisch erhalten beide ihren Lohn gemäß einer freien und übermäßigen Güte Gottes, denn der ganze Bund mit Israel war ja schon Ausdruck eines freien und überschwänglich gütigen Verhaltens Gottes. Aber das Gleichnis ist für jede Zeit und jedes Volk, das den Grundgedanken Jesu auffassen will, bedeutsam. Gott hat immer schon die Ebene der bloßen distributiven Gerechtigkeit (Verteilungsgerechtigkeit) überschritten und fordert deshalb in Christus auf, es ebenfalls zu tun: „Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen“ (Mt 5,20). 

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. September 2020