27.12.2020 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Fest der Heiligen Familie

DOMRADIO.DE übertrug am Fest der Heiligen Familie, dem Sonntag in der Weihnachtsoktav, das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Markus Bosbach.

In seiner Predigt schlägt Domkapitular Monsignore Markus Bosbach den Bogen von der Familie Abrahams zur Heiligen Familie. Es erscheine wie ein Widerspruch, dass Abrahams Nachkommen so zahlreich sein sollen, wie die Sterne – am Ende aber nur ein gemeinsamer Sohn mit seiner Frau Sara steht. "Unverhältnismäßig" sei das, sagt Domkapitular Monsignore Bosbach.

Unverhältnismäßig sei auch die Erwartung an Ehe und Familie: Sie solle die Last der Freiheit ausgleichen. "Kein Wunder, dass sie so oft daran zerbrechen", so Domkapitular Bosbach. Mit dem "Fest der Heiligen Familie" habe die Kirche auf die Nöte der Zeit reagiert. 

"Das Fest der Heiligen Familie ist jüngeren Datums. Im 19. Jahrhundert nahm die Verehrung der Heiligen Familie, besonders von Kanada ausgehend, immer mehr zu. 1920 wurde das Fest verbindlich eingeführt. Sicher ist dabei das Leben der Heiligen Familie von Nazaret nicht als Idylle zu verstehen, wie es manche Darstellungen nahelegen möchten. Die Heilige Familie will uns Vorbild sein für einen guten Umgang miteinander. Was jeder Mensch braucht, als Kind und auch als Erwachsener, ist die Liebe der Menschen, mit denen er das Leben teilt. Dass uns in Jesus die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes nahegekommen ist, ermutigt uns, einander mit Wohlwollen, Freundlichkeit und Zuneigung zu begegnen.

Nachdem das Fest im Laufe der Zeit zu unterschiedlichen Terminen gefeiert wurde, legte es die Liturgiereform von 1969 auf den Sonntag in der Weihnachtsoktav."

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Dezember 2020