31.10.2017 - 18:00

Erzbischof und Präses betonen einigende Kraft der Taufe Erzbischof und Präses betonen einigende Kraft der Taufe

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat den 500. Jahrestag der Reformation ökumenisch beendet. Zum Abschluss feierten der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der rheinische Präses Manfred Rekowski im Altenberger Dom eine Vesper.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der rheinische Präses Manfred Rekowski haben in einer ökumenischen Vesper am Reformationstag die Bedeutung der Taufe betont.

Woelki verwies am Dienstagabend in seiner Predigt im Altenberger Dom in Odenthal etwa auf die einigende Kraft der Taufe. Er bezeichnete das Sakrament als Liebeserklärung Gottes. Sie sei das Ereignis, an dem alle Kirchen anerkennen, dass die Zugehörigkeit zu Christus umfassender und größer sei als die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession.

Christen würden nicht auf Paulus, nicht auf Martin Luther und nicht auf den Papst getauft, "sondern auf den Namen des dreieinigen Gottes", sagte der Kardinal. Wo immer sich Menschen auf Jesus einließen, "dort wächst die Einheit", sagte der Erzbischof.

Taufe bedeutet Verantwortung

Die eine Taufe in Christus sei ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennung zu überwinden, betonte Rekowski unter Verweis auf eine Erklärung des Ökumenischen Rats der Kirchen aus dem Jahr 1982.

Die Kirchen sollten "konfessionsübergreifend ein Netzwerk und ein Bollwerk gegen die Not und die Ungerechtigkeit in der Welt" bilden. Es sei die Aufgabe von getauften Christen, für Versöhnung einzustehen, gerecht zu handeln und gemeinsam Gottesdienst zu feiern, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland laut Redetext.

"Dieses in der Taufe gegründete Amtsverständnis verbindet uns und bringt uns zusammen hier in dieser Simultankirche, in konfessionsverbindenden Ehen, in gelebter Nachbarschaftsökumene, in diakonisch-caritativer Zusammenarbeit." Zwar seien die alten Zerwürfnisse zwischen den Kirchen noch da, aber auf ihnen liege kein Segen, sagte Rekowski. "Was können wir anders tun, als Gott jeden Tag wieder neu zu bitten, uns zusammenwachsen zu lassen?"

Der Altenberger Dom und die Ökumene

Die ökumenische Vesper im Altenberger Dom gehörte zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum in Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übernahm die Lesung aus dem Römerbrief.

Der Altenberger Dom in Odenthal wird seit 1857 von der katholischen und der evangelischen Kirche gemeinsam genutzt.

Übertragung bei domradio.de

domradio.de übertrugt am Reformationstag die ökumenische Vesper aus dem Altenberger Dom mit Präses Manfred Rekowski und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird die Vesper ebenfalls mitgestalten. Es sangen Chöre am Altenberger und Kölner Dom unter der Leitung von Winfried Krane, Andreas Meisner und Eberhard Metternich. An der Orgel: Andreas Meisner und Rolf Müller.

Mit der Feier im Altenberger Dom - einer Synchronkirche, die von der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam genutzt wird - endet das Jubiläumsgedenken zu "500 Jahre Reformation" in der Region Köln. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Bekenntnis der beiden Konfessionen zu Christus. "Als Christen gemeinsam auf dem Weg": Präses Rekowski und Kardinal Woelki widmen sich in ihren jeweiligen Predigtimpulsen einerseits dem Altenberger Ökumenekreuz, das Christus zeigt, der Martin Luther und Bernhard von Clairvaux unter seinem Kreuz versöhnt. Zudem ist die Taufe als ökumenische Kraft-Quelle der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen Ausgangspunkt der Predigt von Kardinal Woelki. - Außerdem wird es eine Uraufführung einer Toccata geben, die ein Lied von Martin Luther und einen gregorianischen Choral zitiert. Ein gemeinsames Bekenntnis des Glaubens und eine Tauferinnerung beschließen den ökumenischen Gottesdienst.

Quellen: https://www.kirche-koeln.de/artikel/5120-%84Als+Christen+gemeinsam+auf+d... sowie https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/pressebereich/newsdesk/

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