Kölner Dom im Regen
Kölner Dom im Regen
Domkapitular Dr. Günter Assenmacher
Domkapitular Dr. Günter Assenmacher
Kölner Domchor
Insgesamt besteht der Kölner Domchor zur Zeit aus 91 Knabenstimmen.

01.03.2020 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Erster Fastensonntag

DOMRADIO.DE übertrug am ersten Fastensonntag das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Günter Assenmacher. Es sang der Kölner Domchor unter der Leitung von Eberhard Metternich. An der Orgel: Ulrich Brüggemann

In seiner Predigt hat Domkapitular Günter Assenmacher den Fastenhirtenbrief des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki vorgelesen. Darin wirbt der Erzbischof dafür, die Freude am Evangelium wiederzugewinnen und mit anderen zu teilen. Kardinal Woelki erklärt die Herausforderungen, die auf die Gemeinden finanzieller und struktureller Veränderungen zukommen werden. Zum Pastoralen Zukunftsweg lädt der Erzbischof abermals ein.

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Bischof Franz Kamphaus

Wovon hat Jesus gelebt? Das zeigt sich in der Wüste: 40 Tage und 40 Nächte nur Sand und Steine, kein Brot – das geht an die Substanz. Das bringt Jesus in Versuchung zu glauben, es ginge allein darum, den leiblichen Hunger zu stillen, letztlich drehe sich das Leben ums Essen (vgl. Ludwig Feuerbach: Der Mensch ist, was er isst!). Jesus war versucht zu denken, das Mitleid mit der Not der Menschen zeige sich vor allem darin, ihnen Brot zu geben. Der Teufel will Jesus vorgaukeln, man müsse den Menschen nur satt machen. Als wenn das alles wäre! Nein, es ist nicht damit getan, den Menschen satt zu machen; es kommt darauf an, dass er im Leben Erfüllung findet. Gemessen an der menschlichen Sehnsucht ist das, was die Erde an Lebensmitteln bietet, wie die Steine in der Wüste. Es wäre teuflisch, sie zu Brot zu erklären, sich selbst das Brot des Lebens machen zu wollen. Wenn das, was wir uns selbst verschaffen, unser Ein und Alles ist, dann haben wir den Götzen leibhaftig vor uns, ein Machwerk unserer Hände. Jesus lehnt ab. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er stirbt am Brot allein. Sehen wir nicht, wie er am Brot allein zugrunde geht? Er ist zu groß, als dass er an sich selbst oder an den Dingen der Welt genug fände. Er „lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (4). Er lebt davon, dass Gott sich ihm zuwendet und ihn trägt. Was ihm mangelt, ist Gott. Gott allein genügt.

Franz Kamphaus (Bischof em. von Limburg, * 1932), aus: ders., Tastender Glaube. Inspirationen zum Matthäus-Jahr, © Patmos Verlag, Verlagsgruppe Patmos in der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 2. Auflage 2017, www.verlagsgruppe-patmos.de