Mariä Geburt
Mariä Himmelfahrt

15.08.2018 - 18:30

Pontifikalamt im Kölner Dom an Mariä Aufnahme in den Himmel "Eine Frau, mit der Sonne bekleidet"

Am 15. August feiern Katholiken das Hochfest Mariä Himmelfahrt. Dann wird Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Dieses Dogma soll Hoffnung geben, so Bischof Philippe Mbarga aus dem Bistum Ebolowa in Kamerun am Mittwoch im Kölner Dom.

In der Offenbarung des Johannes heißt es über die Gottesmutter: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt." (Offenbarung des Johannes Kapitel 12, Vers 1)

"Die Botschaft ist aktuell", sagt Bischof Philippe Mbarga aus dem Bistum Ebolowa in Kamerun am Mittwoch im Kölner Dom. Er ist zu Gast im Erzbistum Köln. Er hat in Deutschland studiert und predigt in fließendem Deutsch. In diesem Text zeige sich die Verbindung: "Johannes sieht in dem Bild der Frau das neue Gottesvolk, die Kirche. Die Kirche sieht in dem Bild Maria. Kirche und Maria sind eins", erklärt er in seiner Predigt.  

Ohne den Blick auf Maria verliere sich der Sinn für das Frauliche und Mütterliche in der Kirche. Und schließlich: Ohne den Blick auf Maria vergesse man leicht, dass die Kirche und ihre Liturgie ein Ort der Gottesbegegenung, des Hörens und Staunens und des Glaubens seien. "Die Kirche ist ein Geheimnis und kein Großkonzern", bekräftigt Mbarga. Die Kirche und Liturgie sei der Ort, wo sich Himmel und Erde begegneten - den Augen verborgen, nur dem Glauben verständlich. 

Vorbild und Schicksal

"Und wenn wir heute dieses geheimnisvolle Geschehen, die Himmelfahrt feiern, dann wünsche ich mir, dass wir es in der Gewissheit tun, dass sich in Marias Leben unser eigenes Schicksal vorgebildet hat", sagt er. Sie sei bei Gott aufgenommen und das würden wir auch. "Wir müssen uns nicht vor dem Tod fürchten." 

Das Fest lade dazu ein, ein Leben mit diesem Glauben zu leben und verantwortungsvoll mit dem, was "wir sind" und den Mitmenschen umzugehen. "Wenn wir uns für eine Lebenskultur der Liebe einsetzen, dann ist uns Leben in Fülle und Leben über den Tod hinaus garantiert", so der Bischof. 

DOMRADIO.DE hat am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Bischof Philippe Mbarga (Bistum Ebolowa/Kamerun) übertragen. Als Kantorin hat Heike Spielmanns gesungen. An der Orgel: Stefan Klösges.

aus: Magnificat. Das Stundenbuch. August 2018

Im Zentrum des Hochfestes Mariä Aufnahme in den Himmel (lateinisch: Assumptio Beatae Mariae Virginis) steht die innige Beziehung Marias zu ihrem Sohn. Das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet, dass für Maria schon jetzt Wirklichkeit ist, was für alle anderen Christen noch aussteht. Sie ist das Bild des erlösten Menschen, in ihr schaut die Kirche das Bild ihrer Vollendung. So ist nicht eine biblische Aussage über Maria der Auslöser für dieses Fest, sondern der Glaube der Christen, dass Maria bereits jetzt in der Vollendung lebt: „Ihr Sohn, der Tod und Grab besiegt, er lässt im Tod die Mutter nicht.“ (GL 522) Papst Pius XII. hat diese Glaubensüberzeugung 1950 zum Dogma erhoben.

In der Ostkirche feiert man schon seit 450 den Heimgang Marias, für den Westen ist das Fest seit dem siebenten Jahrhundert bezeugt. Der Gedenktag eines Heiligen wird in der Regel auf seinen Todestag gelegt. Der Todestag Marias ist zwar nicht bekannt; aber am 15. August feierte man in der Jerusalemer Marienkirche einen Feiertag zu Ehren der Gottesmutter. Am Fest Mariä Aufnahme in den Himmel lädt die Mutter aller Gläubigen uns ein, in Wort und Tat eine tiefere Beziehung zu ihrem Sohn zu suchen.

Ein weiterer Grund zu feiern

Am 15. August 1248 wurde der Grundstein des heutigen gotischen Domes gelegt. Zur 700-Jahr-Feier im Jahr 1948 konnte zumindest der Hochchor des im Zweiten Weltkriegs schwer beschädigten Gotteshauses soweit wiederhergestellt werden. Eine Wand trennte den Chorraum und das Querhaus vom noch zerstörten Langhaus ab. Erst 1956 wurde dann der ganze Dom wieder seiner Bestimmung übergeben.

(DR)