domradio.de überträgt täglich live aus dem Kölner Dom
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21.01.2018 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Dritter Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE übertrug am dritten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Es sang die Domkantorei Köln unter der Leitung von Winfried Krane.

In der Predigt von Weihbischof Dominikus Schwaderlapp ging es um die Zeit: als Ort der Offenbarung Gottes, Ort der Entscheidung und Ort der Bewährung. "Ich habe keine Zeit", sei eine harte Aussage, fand der Weihbischof. Angesichts Digitalisierung und Mobilität gebe es doch so viele Hilfen und Unterstützung, um Zeit zu sparen.

"Die Zeit ist so etwas wie ein Fluss, der Leben spendet, der aber auch an einem vorbei fließen kann"; verglich der Weihbischof. Außerdem sei die Zeit "eines der größten Geschenke, die Gott uns hinterlassen hat." Denn die Zeit sei zum Beispiel der Ort der Offenbarung Gottes.

Wann ist die Zeit „erfüllt“?

"Die Zeit ist erfüllt, kehrt um und glaubt an das Evangelium", zitierte Schwaderlapp aus dem Tagesevangelium. Auch in der Lesung gebe es bei Paulus eine entsprechende Stelle: "Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn." Was aber ist "erfüllte Zeit?" Über diese Frage hätten schon viele Kirchenlehrer nachgedacht. "Dieses war der günstigste Augenblick für die Menschwerdung, denn es gab ein Weltreich, das einigermaßen im Frieden lebte und es gab eine Weltsprache: griechisch."

"Jedem von uns hat der Herr sich gezeigt – sonst wären wir jetzt nicht hier", überlegte Schwaderlapp. Das Reich Gottes sei nahe in der Zeit und damit auch zeitlich nahe. "So wie der Herr in der Eucharistie nahe ist", sagte Schwaderlapp. Es sei gut, dies Augenblicke besonders festzuhalten, sie gar zu notieren.

"Wir müssen uns entscheiden!"

Die Zeit sei in dem Sinne auch Ort der Entscheidung, mahnte Schwaderlapp an. Denn Zeit könne am Menschen ungenutzt vorbeirauschen. So wie die Aposteln Jesus sofort nachgefolgt seien, so wie Jesus seine Jünger aufgerufen habe, ihm sogleich zu folgen, so sollen auch die Menschen heute ihre Zeit nicht ohne Entscheidungen zu nutzen.

"Etwa 20.000 Entscheidungen treffen wir pro Tag", sagte der Weihbischof. Das sei wichtig, denn wer sich nicht entscheide, der entscheide sich gegen alles. Eine Entscheidung gegen den Fernseher könne dann zum Beispiel also auch eine Entscheidung für ein Gespräch mit Gott oder einem Menschen sein.

"Es geht darum die Zeit zu gestalten, und das geht nur, wenn wir die Zeit gestalten.“ Wer eine Entscheidung für Gott und die Menschen herausschiebe, der entscheide sich "jetzt gegen Gott und gegen den Menschen."

Worum geht es im Leben?

Die Zeit sie aber auch Ort der Bewährung, führte Schwaderlapp fort. "Kehrt um und glaubt an das Evangelium" – das bedeute, dass nicht jeder immer alles richtig machen und könne müsse. Umkehren sei wichtig, immer wieder. So werde die Zeit auch zum Ort der Gnade, "denn durch die Umkehr dürfen wir immer wieder die Barmherzigkeit Gottes erleben." 

Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass ich nur noch 24 Stunden zu leben hätte? Diese Frage richtete der Weihbischof zum Schluss seiner Predigt an die Gläubigen. "Ich glaube die Beantwortung dieser Frage kann helfen, einen klareren Blick auf das eigene Leben zu gewinnen und die Zeit als Ort der Bewährung wiederzuentdecken."