Spitzen des Kölner Doms
Spitzen des Kölner Doms
Domdechant Robert Kleine
Domdechant Robert Kleine
Blick in den Kölner Dom
Blick in den Kölner Dom
Darstellung Dreifaltigkeit auf der Rückseite des Klaren-Altars im Kölner Dom
Dreifaltigkeit auf dem Klarenaltar

07.06.2020 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Dreifaltigkeitssonntag

DOMRADIO.DE übertug am Dreifaltigkeitssonntag das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domdechant Robert Kleine. Es sang ein Vokalsextett des Mädchenchores am Kölner Dom. Kantor war Oliver Sperling. An der Orgel: Winfried Bönig

Das Dreifaltigkeitsfest stellt uns Gott vor als den einen Gott, der gleichzeitig drei-einig ist: Vater, Sohn und Geist.

Sie zeige, wie Gott sich in unterschiedlicher Weise den Menschen offenbart. Die Dreieinigkeit begegne uns außerdem auch in der Lesung aus dem zweiten Korintherbrief: "Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen". 

Anders als bei anderen Festen steht im Mittelpunkt des Dreifaltigkeitsfestes eine christliche Grundaussage, kein einzelnes Heilsereignis.

Der Ursprung dieses Festes liegt im Mittelalter, im gallischen Raum. In Klöstern wurde es schon vor der Wende ins zweite Jahrtausend gefeiert. Erst 1334 wurde es offiziell eingeführt.

In seiner Predigt am Dreifaltigkeitssonntag im Kölner Dom sprach Domdechant Robert Kleine über diese Trinitätslehre, die Leere der Dreifaltigkeit Gottes. Obwohl sie für nicht wenige eine etwas theoretische Angelegenheit sei, so Kleine, sei sie ein praktisches Thema der Theologie.

Dass wir das Fest am Sonntag nach Pfingsten feiern, verdeutlicht, dass hier die Vollendung des Heilsmysteriums im Mittelpunkt steht. Gott ist in sich selbst Beziehung: Vater – Sohn und Geist. Er will, dass wir Menschen die Beziehung zu ihm suchen und pflegen. Zugang zum Geheimnis des Hochfestes der allerheiligsten Dreifaltigkeit, das gleichwohl Geheimnis bleibt, finden wir über Jesus und seine Botschaft vom Vater im Himmel und vom Geist, den der Vater im Namen Jesu sendet (vgl. Joh 14,26). Mit jedem Kreuzzeichen erinnern wir uns daran, dass wir auf den dreifaltigen Gott getauft sind.

Die katholische Kirche zählt die Sonntage bis zur Liturgiereform „nach Pfingsten“, während die evangelische Kirche noch heute die Sonntage „nach Trinitatis“ zählt.

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Juni 2020