Altar im Kölner Dom
Altar im Kölner Dom
Domkapitular Thomas Weitz
Domkapitular Thomas Weitz

01.08.2021 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE übertrug am achtzehnten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Thomas Weitz.

In seiner Predigt sprach Domkapitular Thomas Weitz über eine wichtige Bitte der Menschen: "Herr, gib uns immer dieses Brot." Das hatten Menschen nach der wundersamen Brotvermehrung zu Jesus gesagt.

Die Frage, die den Menschen dagegen mehr umtreiben sollte, ist aus Weitz Sicht nicht auf das Brot als Nahrungsmittel für den Körper gerichtet, sondern auf etwas anderes. Um das zu illustrieren, zitierte er Jesus: "Ihr sucht nicht, weil ihr mich sucht. Ich sucht mich, weil ihr einen Brotkönig wollt, einen Versorgerkönig."

Der heilige Augustinus habe beobachtet, dass nur gelegentlich Christen Jesu wirklich um Jesu Willen suchen würden. „Dem es eben nicht darum geht, diesen Jesus ins Leben so einzubauen, dass das Leben funktioniert, läuft, besser funktioniert", so Weitz. So eine Haltung sei zwar verständlich und menschlich. "Doch das Entscheidende können wir dabei verpassen."

Mit Mühe suchen

Suche sei stets auch mit Mühe verbunden, sagte der Domkapitular. "Wenn ich etwas voller Leidenschaft suche, weil es mich fasziniert, weil ich es als wichtig ansehe, dann ist die Mühe für mich keine große Last – ja, die Mühe kann dann zugedeckt werden von der Erwartung und der Erfüllung."

Dann bliebe die Frage im Rückblick auch einfacher zu beantworten, ob sich diese Suche gelohnt habe, so Weitz. Dann verwies er auf das Wort Gottes: "Müht Euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt."

Damit sage er, dass diejenigen, die zu Gott gehen, sich bemühen sollen – aber in der "rechten Weise", betonte Weitz, und um das "Brot aus dem Himmel".

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

„Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?“ (Joh 6,28)

Impuls zum Sonntagsevangelium (Joh 6,24–35)
von Gaby Faber-Jodocy

Die Menschen im Evangelium suchen Jesus auf und erwarten von ihm eine einfache Ansage: Er möge ihnen doch die Formel des richtigen Tuns und Denkens offenbaren, damit Gewissheit herrsche und Ruhe einkehre. Wie oft finden wir uns in genau dieser Rolle wieder? Wir möchten doch auch in manchen Lebenslagen eindeutige Zeichen erhalten, damit wir aller Unsicherheiten enthoben seien und wüssten, wo’s langgeht. Jesus entlarvt dieses vereinfachende Schemadenken, das letztlich an der Oberfläche haftet, keinen Tiefgang hat. Glaube ist keine Ware, die man zu einem gewissen Preis haben kann. Es ist auch nicht einfaches Nehmen oder Besitzergreifen einer Wahrheit durch eine ganz bestimmte Handlung. Glaube ist ein ganzheitliches Tun im Geiste Gottes, ohne Berechnung; dieses Tun führt zur Wahrheit.

Jesus … spricht die Einladung aus, in seiner Nachfolge zu leben, so wie er sein ganzes Leben in Gott geborgen zu wissen. Darum geht es an allererster Stelle, das ist das eigentliche Brot gegen den Lebenshunger. Nahrung für unseren Körper brauchen wir, auch Jesus war Essen mit anderen teilen sehr wichtig. Aber es ging ihm nie nur um das körperliche Wohlbefinden, und schon gar nicht um das Sich-bestaunen-lassen wegen vermeintlicher übernatürlicher Kräfte, sondern um den direkten Gottesbezug jedes Einzelnen. Für diesen Weg wollte er die Menschen gewinnen.

Aus: TeDeum – Das Stundengebet im Alltag, August 2021, www.tedeum-beten.de