Berliner Fest der Kirchen
Berliner Fest der Kirchen
Die Berliner Bischöfe Heiner Koch (l.) und Markus Dröge
Die Berliner Bischöfe Heiner Koch (l.) und Markus Dröge
Metropolit Augoustinos
Metropolit Augoustinos

08.09.2018 - 18:00

Ökumenischer Gottesdienst in Berlin 5. Berliner Fest der Kirchen

Zum fünften "Fest der Kirchen" kamen am Samstag rund 20.000 Besucher auf den Berliner Alexanderplatz. Höhepunkt war der Ökumenische Gottesdienst mit den Bischöfen und leitenden Vertretern der Kirchen. Mitschnitt hier!

Bei dem vom Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) organisierten Event präsentierten kirchliche Gemeinden, Initiativen und Organisationen an über 100 Ständen ihr religiöses, soziales und kulturelles Engagement. Zum ÖRBB gehören 32 Mitgliedskirchen mit insgesamt rund 1,8 Millionen Christen.

Beim Open-Air-Gottesdienst am Abend mit knapp 1.000 Teilnehmern warnte Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch davor, den Glauben auf "dogmatische Äußerungen des Glaubensbekenntnisses und des Lehramtes" zu reduzieren. In der Mitte des christlichen Glaubens stehe "nicht ein Lehrgebäude oder ein Angebot von Spiritualität", sondern Jesus Christus. "Letztlich bleibt die Frage an jeden von uns: Bist du bereit, dich auf diesen Jesus Christus einzulassen, ihm zu vertrauen und ihn mit allen Konsequenzen verbindlich zu lieben", so Koch.

Versöhnte Verschiedenheit 

Der evangelische Bischof Markus Dröge hob hervor: "Es braucht eine innere Freiheit, um mutig sein zu können, und diese innere Freiheit erwächst aus dem Glauben." So könne man auch mutig Unterschiede aushalten. In ihrer Verschiedenheit seien die Christen ein gutes Beispiel: "Versöhnte Verschiedenheit heißt die Formel unseres Miteinanders in der Ökumene. Versöhnte Verschiedenheit, so kann auch das Programm für unsere Gesellschaft insgesamt lauten." 

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos erklärte: "Wenn unser Engagement für den anderen von Liebe getragen ist, dann tun wir auch das Richtige." Im Mitmenschen könne man Gott entdecken: "Dafür lohnt es sich, sein Leben einzusetzen." Der Generalsekretär der Baptisten in Deutschland, Christoph Stiba, seinerseits rief dazu auf, den Mitmenschen großzügiger zu vergeben: "Wir müssen raus aus den Zwängen des 'Wie du mir, so ich dir'." Vergebung sei das "Herzstück" der christlichen Gemeinschaft: "Und nichts auf der Welt macht die Kirchen unglaubwürdiger als Unversöhntheit."

Start für DOMRADIO in Berlin

Zeitgleich startete Berlins siebte "Lange Nacht der Religionen". Daran beteiligten sich rund 100 Religionsgemeinschaften und interreligiöse Gruppen mit Vorträgen, Führungen, Ausstellungen, Konzerten sowie Gebeten und Meditationen. Neben Christen, Muslimen und Juden wirkten auch kleinere Gemeinschaften mit wie Hindus, Buddhisten, Sikhs, aber auch Anhänger "heidnischer" - etwa altgermanischer - Kulte.

Die Übertragung war gleichzeitig auch der Startschuss für DOMRADIO in Berlin und Brandenburg, ab sofort ist der Kölner Sender dort auch über DAB+ zu empfangen.