04.12.2012 - 18:00

Gedanken zum Advent Diözesanadministrator Michael Bautz (Bistum Dresden-Meißen)

Auch 2012 haben deutsche Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe für domradio.de ihre Gedanken zum Advent aufgezeichnet. Sie erzählen von Geschehnissen, die ihnen in diesem Jahr besonders in Erinnerung geblieben sind, von Situationen, die die Welt bewegt haben, von Ereignissen, die noch bevorstehen und natürlich von der Vorfreude auf Weihnachten. Am 4. Dezember mit Michael Bautz, Diözesanadministrator im Bistum Dresden-Meißen.

Michael Bautz, Diazösanadministrator des Bistum Dresden-Meißen. Wir beten an jedem Tag das Vaterunser, das Gebet des Herrn. Wir sagen den Satz "Dein Reich komme" im Lateinischen "Adveniat regnum tuum". Davon kommt das Wort Advent, Ankunft, Zeit sich auf Weihnachten vorzubereiten, was machen das Volk und die einzelnen Menschen aus dieser Zeit. Sie kaufen, sie gehen in das Kaufhaus, sie möchten den Jahrmarkt erleben, Show genießen, Glühwein trinken, Bratwurst essen. Wir aber denken in dieser Zeit an das Reich Christi und seine Gerechtigkeit. Wir wissen dass wir Gutes tun müssen. Die Liebe Christi drängt uns dazu. Wir sollen an die Zukunft denken, Hoffnung im Herzen tragen, uns versöhnen. Auch das Bußsakrament gehört in diese Zeit hinein. Da kam, als ich Kaplan in Leipzig war, am Heiligen Abend am Vormittag, ein Vater von vier Söhnen. Er sprach: "Diese Adventszeit war schrecklich. Was kann ich nur tun?" Er brachte einen Karton Bonbon mit. Die sollte ich dann an die Kinder verteilen. Er sagte: "Ich habe heute allen meinen vier Söhnen verziehen." Sie durften den Adventskalender, der in der Pfarrei in diesem Jahr galt ausmalen. Wenn es ein gutes Werk gab und der Tag gelungen ist, wurde das Fenster golden oder gelb ausgemalt, wenn es nicht ging blieb es dunkel; braune oder schwarze Farbe. Sie durften dann alles golden Ausmalen, denn der Vater hatte allen verziehen. Ich habe ihm gesagt: "Das haben sie sehr gut gemacht. Sie litten unter dem Misslingen des Adventes aber am Schluss haben sie das Wichtigste getan. Verziehen. Sie haben sich mit all ihren Söhnen und ihrer Frau versöhnt. Sie haben sich nun gleichsam im letzten Augenblick auf das Weihnachtsfest eingestellt, intensiv darauf vorbereitet. Man kann ja nur versöhnt Weihnachten feiern. ich wünsche ihnen, dass der Advent gelingen möchte, mehr oder weniger. Und dass sie sich auf Weihnachten freuen und auf die Gerechtigkeit und die Liebe, die Christus uns verkündet. Es sprach zu ihnen. Michael Bautz, Diazösanadministrator des Bistums Dresden - Meißen.