15.09.2019 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE hat am vierundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp übertragen. Es sang der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Oliver Sperling und Elena Szuczies. An der Orgel: Winfried Bönig

"Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte!" (Lk 15,9)

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Lk 15,1–32) von Georg Baudler

Das Gleichnis von der verlorenen Drachme (Lk 15,8–9) ist eine variierte Form des Gleichnisses von der gesuchten Perle. Jesus prägt diese Variation, um dadurch seinen Gegnern nahezubringen, warum er sich so sehr darüber freut und ihm so viel daran liegt, dass gerade die als für das Reich Gottes verloren Geglaubten, die „Zöllner und Sünder“, seine Botschaft verstehen und sich ihr öffnen: Die Drachme, derentwegen die Hausfrau eine Lampe anzündet, das ganze Haus fegt und unermüdlich sucht, ist kein besonders schönes oder wertvolles Geldstück; aber es ist eines, das verloren gegangen ist und dadurch in besonderer Weise als wichtig und wertvoll erscheint. Am Verlorenen und Verloren-Geglaubten entzündet sich der motivierende Lebensatem, und dieser „Wind“, der uns nach dem Verlorenen unermüdlich suchen lässt, ist ein göttliches „pneuma“; die Freude und das Glück des Findens ist das Glück der Unmittelbarkeit einer Beziehung, bestehe diese auch nur – wie hier – zu einem materiellen Ding, eben einer verlorenen Drachme. Diese Beziehungsstruktur springt dann über auf die Menschen: „… sie ruft ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir …“ (V. 9): Unmittelbarkeit ist einer der Namen für das Glück, das die Menschen im Reich Gottes erfüllt. Der Hirte, der die 99 Schafe auf den Bergen zurücklässt und das eine sucht, das sich verirrt hat, ist von demselben Gottesatem bewegt, und das Glück des Findens spiegelt das Glück der gefundenen Unmittelbarkeit zu dem verloren gegangenen Tier, das ein Symbol der Unmittelbarkeit zu Gott, also der „malkût Jahwe“ (der Königsherrschaft Gottes), ist (Gleichnis vom verlorenen Schaf, Mt 18,12–13; Lk 15,4–6).

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. September 2019

Mit diesem Pontifikalamt feiert der Mädchenchor am Kölner Dom seine Gründung vor 30 Jahren (1989) durch Domkapellmeister Prof. Eberhard Metternich.

Die Motette "Christus factus est" von Rihards Dubra, die im Eröffnungskonzert des 29. Zyklus der Konzertreihe "Geistliche Musik am Dreikönigenschrein" am Freitag, 13.09.2019 uraufgeführt wurde, erklingt heute erstmals in der Liturgie des Kölner Domes.

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