Symbolbild: Darstellung des Sterns von Bethlehem
Symbolbild: Darstellung des Sterns von Bethlehem
Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian Bach

01.01.2021 - 20:00

Musik zu Neujahr und der Gottesmutter Maria Wie schön leuchtet der Morgenstern!

Bekannt ist der 1. Januar als Neujahr – doch im katholischen Verständnis ist dieser Tag vor allem das Hochfest der Gottesmutter Maria und zugleich der so genannte Oktavtag von Weihnachten.

Das Besondere an Neujahr als Hochfest für Maria ist, dass allgemein dem Leben und Wirken der Gottesmutter gedacht wird, nicht einem besonderen Ereignis aus ihrem Leben wie ihrer Geburt oder Empfängnis.

Bei Johann Sebastian Bach finden sich mehrere Kantaten, die sich mit Maria beschäftigen – auch wenn der evangelische Thomaskantor nicht unbedingt das gleiche Marienverständnis hatte wie die Katholische Kirche heute.

Eine besonders schöne Kantate über Maria ist das Werk „Wie schön leuchtet  der Morgenstern“.

Funkeln des Morgensterns bei Bach

Bach schrieb die Kantate im Jahr 1725 für das Fest Maria Verkündigung am 25. März. Das Fest thematisiert die Begegnung des Engels Gabriel mit Maria, der ihr sagt, dass sie den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und gebären soll. Maria stimmt zu und am 25. Dezember wird dann Weihnachten als Fest der Geburt von Jesus Christus gefeiert.

Textliche Basis der Kantate ist der Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Philipp Nicolai. Bach verwendet nicht das komplette Lied, sondern paraphrasiert es teilweise nur.

Besonders eindrucksvoll ist der Eingangssatz, der mit zwei Hörnern und Oboen. Streicher und Generalbass vergleichsweise üppig besetzt ist. Die hoch gesetzten Streicher stehen für das Funkeln des Morgensterns. Der Chor singt zum einen die Grundmelodie des Liedes, gleichzeitig umspielen die Stimmen kunstvoll diese Melodie.

Der Morgenstern ist Christus, über dessen Erscheinen die Gläubigen sich freuen. Wie so oft bei Bach thematisiert die Kantate die mystische Verbindung von Christus als Bräutigam mit der gläubigen Seele als Braut.

Teil IV aus Bachs berühmten Weihnachtsoratorium

Zum Oktavtag Weihnachten erklingt in "Musica"  der vierte Teil aus dem berühmten Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Es ist wohl die bekannteste Vertonung der Weihnachtsgeschichte überhaupt und besteht aus 6 Teilen. Besetzt ist es für Gesangssolisten, Chor und Orchester.

Zu Bachs Zeiten wurde das Weihnachtsoratorium nicht als ganzes an einem Tag aufgeführt, sondern nach und nach an sechs verschiedenen Tagen in den Gottesdiensten in Leipzig aufgeführt, und zwar in der Zeit vom ersten Weihnachtstag bis zum Fest Erscheinung des Herrn am 6. Januar.

Beginnend mit der Herbergssuche, der Geburt im Stall, dem Erscheinen der Engel auf dem Felde bis hin zur Ankunft der Heiligen Drei Könige: wie ein roter Faden ziehen sich das Lukas- und Matthäusevangelium mit Maria, Josef und dem Kind durch das Werk.

Der vierte Teil berichtet von der Beschneidung des Jesuskindes und dass er seinen Namen erhält. Bis zur Liturgiereform 1969 wurde der erste Januar auch in der Katholischen Kirche als Tag der Beschneidung und Namensgebung Jesu begangen.

Die liturgische Ordnung der evangelischen Kirche zu Bachs Zeiten sah dies auch so vor und deswegen handelt Bachs vierter Teil des Weihnachtsoratoriums von diesem Geschehen.

(DR)