Mariä Lichtmess
Mariä Lichtmess
Fest Darstellung des Herrn
Fest Darstellung des Herrn
Gesegnete Kerzen an Mariä Lichtmess
Gesegnete Kerzen an Mariä Lichtmess

31.01.2021 - 20:00

Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy und William Byrd Zwischen Pauli Bekehrung und Mariä Lichtmess

Am Montag hat die Katholische Kirche ein Fest gefeiert, das unter dem Begriff „Damaskuserlebnis“ schon sprichwörtlich geworden ist. Mendelssohn Bartholdy stellt dieses Ereignis musikalisch eindrucksvoll dar.

Das Fest Pauli Bekehrung gibt es schon seit dem achten Jahrhundert und gedenkt der Wandlung des Saulus als glühenden Christenverfolger zu Paulus, der zum überzeugten Christ wird.

Das Neue Testament schildert, wie Paulus auf dem Weg nach Damaskus Jesus Christus selbst begegnet und sich radikal ändert. "Saul, warum verfolgst du mich?" Diese Frage trifft ihn wie ein Blitz und Saulus sieht sich ab dem Moment als Christusanhänger und Apostel. Diese Wandlung vom Christenverfolger zum Christusanhänger hat Felix Mendelssohn Bartholdy wunderbar in Musik dargestellt, nämlich in seinem Oratorium "Paulus".

Außerdem:

Am kommenden Dienstag ist das Fest Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt. Die Grundlage des Festes ist das 2. Kapitel im Lukasevangelium.

Maria und Joseph bringen den kleinen Jesus in den Tempel, um ihn dem Herrn zu weihen und um für seine Mutter ein Reinigungsopfer darzubringen, so wie es für fromme Juden der Zeit üblich war.

Hier kommt zur Begegnung zwischen der jungen Familie und Simeon, einem frommen Mann, der auf den Messias wartet. Im Lukasevangelium verkündet der betagte Simeon, dass er nun in Frieden sterben kann, da er mit Jesus den Heiland der Welt gesehen hat.

In diese Situation kommt noch die Prophetin Hannah hinzu, auch sie erkennt in dem kleinen Jesus den Erlöser. Besonders der Lobpreis des Simeon wird im Gottesdienst oft zitiert und gebetet. Er ist ein zentraler Text im Nachtgebet der Katholischen Kirche. Die lateinische Fassung heißt "Nunc dimittis", nach den Anfangsworten des Lobgesanges.

Im entsprechenden Gottesdienst am 2. Februar gibt es für gewöhnlich eine Kerzensegnung und eine Prozession durch die Kirche – in diesem Jahr wird das coronabedingt in vielen Pfarreien in der Form nicht möglich sein. Normalerweise wird dann zur Prozession das besagte "Nunc dimittis" gesungen, außerdem gehört es fest zum Bestandteil der Komplet, dem katholischen Nachtgebet.

Durch die tägliche Verwendung im katholischen Stundengebet, bei Begräbnisfeiern in der evangelischen Kirche und beim Evensong in der Anglikanischen Kirche schrieben Komponisten im Laufe der Musikgeschichte zahlreiche Vertonungen des Textes.

In Musica erklingt aus England das "Nunc dimittis" von William Byrd. Der katholische Komponist schrieb das Werk im Jahr 1605 für fünf Stimmen. Außerdem erklingt von Gustav Holst seine Version und zum Abschluss der Sendug eine Vertonung von Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Moderation: Mathias Peter