Heiliger Geist
Pfingsten
Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian Bach

09.06.2019 - 20:00

Musik aus Renaissance und Barock zu Pfingsten "Veni, Creator Spiritus!"

Da die christlichen Kirchen über Jahrhunderte wichtiger Auftrag- und Arbeitgeber für Komponisten waren, gibt es recht viel an Musik zum Hochfest Pfingsten. Eine Auswahl erklingt in "Musica".

Pfingsten gilt ja als Geburtsstunde der Kirche. Die Apostelgeschichte erzählt, wie der Heilige Geist wie Zungen auf den Jüngerkreis herabkommt. Aus dem kleinen furchtsamen Haufen entwickelt sich eine Weltreligion – eine beispiellose Verbreitung des noch jungen christlichen Glaubens folgt. Im Mittelalter des 9. Jahrhunderts hat sich zum heutigen Hochfest ein Hymnus entwickelt. Veni Creator Spiritus, so beginnt er. Traditionell wird er Rabanus Maurus zugeschrieben. Auch in diesem Werk wird der Heilige Geist angerufen, der als Schöpfer die Welt erfüllen soll. Tomas Luis de Victoria nimmt als musikalische Basis den einstimmigen Gregorianischen Choral, um im Wechsel mit einem 4 stimmigen Chor den Hymnus zu vertonen.

Vom gleichen Komponisten erklingt die Motette "Dum complerentur". Textliche Grundlage sind das Johannes-Evangelium und die Apostelgeschichte. Beide neutestamentliche Bücher erzählen, wie der Heilige Geist auf die Jünger herabkommt, beziehungsweise wie Jesus als der Auferstandene den Jüngern erscheint. Victoria vertonte beide Textausschnitte für fünfstimmigen Chor, gedacht zur Aufführung an Pfingsten. Gedruckt wurde das Werk 1609. Musikalisch bleibt der spanische Komponist ganz in der Musiksprache der Renaissance. Dann folgt von ihm die Missa „Dum complerentur“.

Bei der Motette waren ja zwei Textpassagen aus dem Neuen Testament zur Herabkunft des Heiligen Geistes am heutigen Pfingstfest inhaltliche Grundlage. Eine Missa besteht aus den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei. Die Texte stehen fest, dürfen nicht verändert werden. Der Beiname "Dum complerentur" bezieht sich daher nicht auf bestimmte Texte, sondern auf das musikalische Material.

Damals ware es üblich, das eine bereits verfasste Motette als eine Art musikalischer Steinbruch verwand wurde. Melodien oder ganze musikalische Wendungen wurden in der gleichnamigen Messvertonung erneut verwendet. Victoria erweiterte bei der Missa die Stimmenanzahl von fünf auf sechs und zitiert recht häufig seine Motette.

Außerdem in "Musica":

Anton Bruckner: Messe in e.moll

J. S. Bach: Motette: "Der Geist hlilft unsrer Schwachheit auf"