Gemischter Chor Kreuzfidel aus Solingen
Gemischter Chor Kreuzfidel aus Solingen

07.04.2019 - 20:00

Konzertmitschnitt aus dem Erzbistum Köln mit Mozarts „Requiem“ „Requiem in aeternum“

Chorsingen spielt im Erzbistum Köln eine große Rolle – es gibt viele leistungsfähige Laienchöre, die sich mit Akribie auf ihre Auftritte vorbereiten. In „Musica“ erklingt ein Konzertmitschnitt u. a. mit dem Chor „Kreuzfidel“.

Zweimal volle Kirchen und begeisterte Besucher. Die Chöre „ConBrio“ und "Kreuzfidel" aus Solingen haben im November 2018 das berühmte Mozart-Requiem und zwei weitere Werke von Jan Dismas Zelenka und Felix Mendelssohn Bartholdy aufgeführt.

Das Besondere: die Chöre haben das Programm zweimal gesungen – einmal in der Kirche St. Clemens in Solingen und dann in St. Remigius in Leverkusen. Das erste Konzert leitete Michael Schruff, Kantor an St. Clemens in Solingen und Regionalkantor für die Dekanate Solingen und Leverkusen und das zweite Konzert  Frank Schaab. Der ist der Chorleiter von "ConBrio", der ein weltlicher Chor ist.

Zu Beginn der Konzerte erklang die sehr originelle Vertonung von Psalm 50 "Miserere mei" von Jan Dismas Zelenka, einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach. Der Psalm gehört zu den sogenannten Bußpsalmen, die besonders in der Karwoche vor Ostern gebetet werden und die menschliche Schuld und die Hoffnung auf das göttliche Erbarmen thematisieren.

Da Zelenka die Tradition der liturgischen Musik sehr schätzte, griff er zu der älteren Vorlage aus Italien. Dazu komponierte er in der damals modernen Tonsprache Ergänzungen – dadurch erhält das Werk einen ganz eigenen Charakter.

Anschließend erklang von Felix Mendelssohn Bartholdy die Motette „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ – das ist ein Werk nur für achtstimmigen Chor ohne Orchester, das die Sterblichkeit des Menschen, aber auch die Hoffnung auf Gott eindrucksvoll in der Tonsprache der Romantik ausdrückt.

Höhepunkt war die Aufführung des berühmten Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart in der Ergänzung von Franz Xaver Süßmayr. Das Werk ist ja sagenumwobend, weil Mozart es nicht vollwenden konnte, da er während des Komponierens im Alter von nur 35 Jahren starb. Ein grauer Bote als Auftraggeber sorgte im Anschluss für allerlei Spekulationen um Giftmord und ähnliche Schauermärchen.

So oder so folgt die Vertonung dem damals üblichen Aufbau einer katholischen Totenmesse.

Solisten des Konzertes waren Katharina Nieß, Sopran, Eva Nesselrath, Alt, James Park, Tenor und Christian Palm, Bass. Die musikalische Leitung hatte Frank Schaab.

Den Mitschnitt des Konzertes gibt es hier im Domradio zu hören. Einer der beiden musikalischen Leiter war vor der Sendung im Domradio.de-Studio zu Gast.

Kantor Michael Schruff verrät im Gespräch, warum sich auch heute noch viele Menschen für qualitätsvolle Chormusik interessieren und weshalb ein breites Repertoire wichtig für seinen Chor „Kreuzfidel“ ist.

Moderation: Mathias Peter