Dieses Jahr wegen Corona leider nicht: Karneval
Dieses Jahr wegen Corona leider nicht: Karneval
Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian Bach

14.02.2021 - 20:00

Klassische und geistliche Musik am Karnevalssonntag "Singet dem Herrn ein neues Lied"

Dieser Karneval ist so anders als sonst: keine Umzüge, kein Straßenkarneval oder große Feiern mit vielen Gästen. Musikalisch lohnt sich trotz Corona der Blick auf den Karneval in der Klassischen Musik. denn in fast jeder Sinfonie steckt ein Scherz(o).

Das närrische Treiben gibt es in Europa schon seit Jahrhunderten, die ersten Opern wurden für diese besondere Zeit geschrieben und auch im 19. Jahrhundert gibt es Musik, die sich mit Fasching oder Karneval auseinandersetzt.

Und ein Scherz steckt buchstäblich in jeder Sinfonie. Üblicherweise war der dritte Satz im 19. Jahrhundert mit Scherzo  überschrieben. In der Regel war er im dreiviertel oder dreiachtel Takt komponiert, hatte etwas Tänzerisches, Launiges. Scherzo ist italienisch und bedeutet tatsächlich Spaß oder Scherz.

Einfach mal auf die Pauke hauen!

Beeindruckend ist, wie vielfältig die Ausformung dieses Satzes im 19. Jahrhundert war. Bei Anton Bruckner ist es oft rustkal, fast derb, vom Rhythmus her nach vorne drängend und unglaublich mitreißend: das Orchester spielt über weite Passagen in voller Lautstärke, das Tempo ist rasch gewählt und nicht selten blitzt ein derber Humor durch, der gut zu diesem Karnevalssonntag passt.

Einfach mal auf die Pauke hauen war wohl das Motto beim Scherzo seiner 2. Sinfonie. Flott führt Bruckner das Orchester durch den Satz, ehe dann nach einer Generalpause die große Pauke mit markerschütternden Schlägen das Ende des Satzes einläutet. Ein großer Spaß!

Psalmen drücken die menschliche Freude aus

Auch außerhalb von Karneval spielt Humor und Freude als menschliche Emotion in der Musik immer eine große Rolle – im Bereich der geistlichen Musik vor allem mit Blick auf die Freude des Menschen an Gott.

Besonders die alttestamentlichen Psalmen bieten viele Möglichkeiten, die Freude des Menschen an Gott und seiner Schöpfung auszudrücken. In Musica erklingen dazu zwei Vertonungen von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi.

(DR)