Kirschblüten zum Barbaratag
Kirschblüten zum Barbaratag
Franziskanerin aus Olpe: Sr. Katharina
Franziskanerin aus Olpe: Sr. Katharina

04.12.2018 - 07:00

Schwester Katharina über das Aufblühen am Barbaratag Kirschzweig und Mensch

Traditionell werden am Barbaratag Kirschzweige in eine Vase mit Wasser gestellt. An Weihnachten sollen sie dann erblühen. Was an dem Tag bereits erblühen kann, das erklärt Schwester Katharina in ihrem Impuls.

Am Barbaratag habe ich ein kleines Gedicht für Sie:

Geh in den Garten am Barbaratag.

Geh zu dem kahlen Kirschbaum und sag:

Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit;

der Winter beginnt, der Frühling ist weit.

Doch in drei Wochen, da wird es geschehen:

Wir feiern ein Fest, wie der Winter so schön.

Baum, einen Zweig gib‘ mir von dir.

Ist er auch kahl, ich nehm‘ ihn mit mir.

Und er wird blühen in seliger Pracht

mitten im Winter in der Heiligen Nacht.

Vielleicht kennen Sie dieses kleine Gedicht, das auf den alten Brauch hinweist, am Barbaratag Kirschzweige zu schneiden, sie ins warme Wasser zu stellen und ganz gespannt darauf zu warten, dass sie in den Weihnachtstagen tatsächlich blühen. Barbara war heimlich Christin geworden und dann vom eigenen Vater ausgeliefert worden. Die Legende sagt, dass die Kirschen aufgeblüht sind, als Barbara hingerichtet wurde. Etwas weniger dramatisch… Kennen Sie vielleicht auch, dass man sagt, die oder der ist hier richtig "aufgeblüht"? Der Barbaratag kann also so ein Tag sein, wo ein Mensch durch ihre Nähe und Freundlichkeit so richtig aufblühen kann.

Informationen zu Schwester Katharina

Geboren in der Heiligenstadt, Eichsfeld, in der damaligen DDR und auch dort, im "Sperrgebiet" an der innerdeutschen Grenze aufgewachsen, bezeichnet sich Schwester Katharina Hartleib selbst als "gelernte DDR-Bürgerin". Die ausgebildete Krankenschwester trat 1981 in den Orden der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung Olpe ein – auch genannt: Olper Franziskanerinnen. Besonders gefällt ihr im Orden die Verbindung von sozialem Engagement und der gelebten und aktiven Anbetung. Nach mehreren Stationen in Königswinter, Köln und Bonn folgte im Jahr 2009 der Umzug in den neuen Konvent „San Damiano“, mitten in der Stadt, wo es um ur-franziskanisches Engagement geht: mitten unter den Menschen, ihre Sorgen und Nöte teilen, Kapelle zur Anbetung offenhalten, Bibel teilen, Gästezimmer für Menschen die ein Rasthaus für Leib und Seele suchen, soziales Engagement im "Mutter-Kind-Haus" Aline und bei der Ökumenischen Initiative "Warenkorb". In ihrer knappen Freizeit ist sie Fan der Fußball-Nationalmannschaft und des 1. FC Köln, hinzu kommen Chorsingen, Kochen und Backen, per Facebook mit vielen Menschen in Kontakt sein und Bergwandern.

(DR)