Ansgar Stüfe vor dem Verlag der Abtei Münsterschwarzach
Ansgar Stüfe vor dem Verlag der Abtei Münsterschwarzach
Ansgar Stüfe
Ansgar Stüfe

02.05.2021 - 18:00

Mönch und Mediziner Ansgar Stüfe

Als Kind wollte Ansgar Stüfe so ziemlich alles werden. In einem bürgerlichen Leben hätte er sich vielleicht beschränken müssen. Als Mönch hatte er Abenteuer und Karriere. Eine Sendung über die Freiheit, Mönch zu sein.

Über Aufregung und Aufmerksamkeit kann sich Bruder Ansgar Stüfe gerade nicht beklagen: Die Abtei Münsterschwarzach, zu der Ansgar Stüfe gehört, hat ausgerechnet an Karsamstag einen Coronafall unter den Brüdern diagnostiziert. Es folgte ein historischer Einschnitt im Leben der Abtei.

Zum ersten Mal in der Geschichte war die Abteikirche für die Mönche geschlossen

Insgesamt sechs Coronafälle gab es in der Abtei, zum Glück sind alle Mönche wieder genesen. Aber natürlich mussten das Kloster eine Quarantänelösung finden. Zu dieser Lösung gehörte nicht nur eine geschlossene Klosterküche, sondern auch eine geschlossene Klosterkirche.

Eine historisch einmalige Entscheidung in der über 1000-jährigen Geschichte der Abtei und ausgerechnet an Ostern. „Das war das Radikalste", was wir je gemacht haben. Wie er selbst diese Zeit erlebt hat, in der er als Klosterarzt zugleich die Maßnahmen verantworten musste, erzählt Bruder Ansgar im Podcast.

Freiheit und Einsamkeit

Das streng geregelte Klosterleben, das wir gemeinhin mit einem fremdbestimmten Tagesablauf verbinden, gibt Bruder Ansgar im Gegenzug viele Freiheiten. Wie das kommt und wozu er seine Freiheiten nutzt, hören Sie in der Sendung.

Die Beziehungen der Mönche untereinander brauchen ein gesundes Maß an Nähe und Distanz, jeder Mönch muss deswegen mit Einsamkeit umgehen können. Von seinem eigenen Umgang berichtet Bruder Ansgar freimütig.

Mönch und Mediziner, Abenteuer und Karriere

Ansgar Stüfe ist Mediziner, arbeitete nach dem Studium in der Krebsgrundlagenforschung. Warum er gerne Mediziner bleiben aber doch auch Mönch werden wollte, ist eine spannende Geschichte.

Spannend wurde dann aber auch das ganze Leben von Bruder Ansgar. „Das Amtsverständnis der Kirche“, sagt Bruder Ansgar, habe ihn nie überzeugt, Priester wollte er nie werden. „Das Urchristentum zieht mich mehr an.“

Ansgar Stüfe bildete sich in Tropenmedizin weiter, brach nach Tansania auf. Warum dort alles anders kam, ist eine eigene Geschichte. Aber eine sechzehnjährige Erfolgsgeschichte. An die sich eine Zeit voller Reisen zwischen den Kontinenten anschloss, in der Ansgar Stüfe weltweit für die Projekte der Missionsbenediktiner verantwortlich war. Jetzt leitet Bruder Ansgar den Verlag der Abtei. Und was das mit dem kleinen Mönch und dem großen Glück zu tun hat? Hören Sie am Ende des Podcasts.