Büchereiregale in St. Severin
Büchereiregale in St. Severin
Ingrid Rasch
Ingrid Rasch
Die Bücherei – ein Ort für viele Veranstaltungen
Die Bücherei – ein Ort für viele Veranstaltungen
Romane in der Bibliothek
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Große Namen in der katholischen Bücherei
Große Namen in der katholischen Bücherei
Pfarrbrief St. Severin
Pfarrbrief St. Severin
Ingrid Rasch muss weiter
Ingrid Rasch muss weiter

09.09.2018 - 18:00

Ich liebe meinen Ruhestand Ingrid Rasch

Viele Jahre, sogar Jahrzehnte, hat die Diplompsychologin Ingrid Rasch die Katholische Familienberatung in Köln geleitet, hatte regional und bundesweit viele Aufgaben, Ämter inne. Keine Frage, Ingrid Rasch hat ihren Beruf geliebt. Und ist doch vorzeitig in den Ruhestand gegangen.

Mir ist es wichtig, in der Menschensendung zu zeigen, wo Leben gelingt. Mit Ingrid Rasch habe ich in ihrer aktiven Zeit sicher mehr als einhundert Beratungssendungen im DOMRADIO gemacht. Und habe erst mich, dann sie gefragt, wie es dieser aktiven, vitalen Frau wohl in ihrem Ruhestand geht?

"Ich liebe meinen Ruhestand"

"Ich liebe meinen Ruhestand" war ihre spontane, begeisterte Antwort. Aus der kurzen, wurde eine lange Antwort und aus der langen Antwort mein Wunsch, dass sie einmal öffentlich erzählt, warum es ihr in ihrem Ruhestand so gut geht.

Ingrid Rasch hat als Ort für unser Treffen die katholische Bücherei in der Pfarre St. Severin vorgeschlagen. Nicht weil sie so gerne liest - sondern weil sie hier viele Veranstaltungen über Gott und die Welt mit veranstaltet, die lange nachwirken: "Manchmal treffe ich die Menschen am nächsten Tag auf der Straße und das Thema beschäftigt sie immer noch." Die Bücherei ist für Ingrid Rasch wie der biblische Jakobsbrunnen: ein Ort, an dem man sich trifft, ohne sich groß vorher verabreden zu müssen. Und zugleich ein Ort, an dem aus der Tiefe das Wesentliche geholt.

Meine Autonomie ist mir wichtig

Obwohl ihr Beruf Berufung für sie war und sie von den Menschen zu einer Institution gemacht wurde, wollte Ingrid Rasch in den vorzeitigen Ruhestand: "Die Beratungen habe ich geliebt, aber irgendwann verliert man den Kontakt zur Erziehungswirklichkeit. Lieber gehe ich ein halbes Jahr zu früh, als eine Sekunde zu spät."

Je älter ich werde, desto wichtiger wird mir meine Autonomie", sagt Ingrid Rasch. Autonom sein - das war der zweite Grund, weshalb sie vorzeitig in Ruhestand gehen wollte. Sehr bewusst hat sie ihren Abschied und den Übergang in den Ruhestand vorbereitet. Warum sie einen großen Bahnhof zum Abschied wollte und warum sie sich zwei Jahre Zeit für einen Übergang ließ, das erzählt Ingrid Rasch in der Sendung.

Mehr als 4000 km mit dem Fahrrad jedes Jahr durch Köln

Dort erzählt sie auch, in welchen Aufgaben, von Besuchsdiensten über Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen, sie im Ruhestand aufgeht, was sie in der Wüste unterm Sternenhimmel erlebt hat und wohin sie einmal geht, falls sie ihre geliebte kleine Wohnung aufgeben müsste.

Nach der Sendung lacht Ingrid Rasch mich ein letztes Mal an, zieht ihren Fahrradhelm auf und radelt los: mehr als 4000 km fährt sie jedes Jahr. Keine Frage: Ingrid Rasch liebt ihren Ruhestand.

Moderation: Angela Krumpen