Anna Götz
Anna Götz

24.05.2021 - 18:00

Eine DJane. Wenn das Leben den Verstärker aufdreht Anna Götz

Anna Götz wohnt mit ihrer Tochter wie in einem Dorf. Mitten in Hamburg. Die promovierte Historikerin und leidenschaftliche DJane überlebte einen hochaggressiven Krebs und erzählt wie und wann das Leben den Verstärker aufdreht.

Während wir die Sendung online aufnehmen, schaut Anna Götz in Hamburg vor sich auf ihr Plattenregal. Und hat im Hintergrund ihre Bücher. Es ist, als hätte sich die DJane und Historikerin mal kurz zwischen ihre Berufe gesetzt.

Wir leben gerade gegen die Klischees

In Hamburg lebt Anna Götz mitten in Altona. Und doch wie in einem Dorf. Mit ihrer Tochter ist sie in ein noch ganz junges Gemeinschaftsprojekt gezogen. Das Wohnprojekt will aufs ganze Viertel schauen. Deswegen hat das Projekt z.B. eine Ausleihstation für Fahrradanhänger und Ähnliches geschaffen, die allen Menschen im Viertel nutzen können.

Natürlich muss ich sie nach der Tatort-Folge "Das ist unser Haus" fragen, bei der sich halb Deutschland über Wohnprojekte lustig machte. Gesehen hat Anna Götz die Folge nicht. Davon gehört schon. "Ich glaube, ich habe Glück, wir leben gerade gegen die Klischees", sagt Anna Götz, "wenn ich schaue, was ich in Videokonferenzen gerade so alles erlebe, dann sind meine Online-Meetings mit dem Wohnprojekt die konstruktivsten". 

Wenn das Leben den Verstärker anstellt

Anna Götz betrachtet ihr Leben als eine Reise. Allerdings eine, auf der sie sich viele Stationen niemals ausgesucht hätte. Zu den niemals freiwillig gewählten Stationen gehört eine hochaggressive Krebserkrankung. In der Sendung sprechen wir darüber, wie Anna Götz die Krankheit überwand - und warum die harten Zeiten sich manchmal so anfühlten, als würde die DJane beim Platten auflegen den Verstärker anstellen.

Die Sendezeit ist fast zu kurz, um auch nur die wichtigen, geliebten oder ungeliebten, Stationen auf Anna Götzs  bisheriger Lebensreise zu erzählen: Als Jugendliche hat sie im Leitungsteam eines selbstorganisiertem Jugendtreff früh eine enorme Verantwortung getragen, mit 16 ist sie, alleine auf sich gestellt, nach Hamburg gegangen, um dort ihr Abitur zu machen, später promovierte sie als Historikerin über europäische Friedhofskultur und weibliche Statuen auf männlichen Gräbern.

Sie wollen wissen, wie und ob Anna Götz die jahrelange theoretische Beschäftigung mit Tod und Trauerkultur im Umgang mit der eigenen tödlichen Bedrohung half? Erzählt Anna Götz Ihnen in der Sendung selbst. Ich verspreche, Sie hören die bewegende Geschichte, einer mutigen, reflektierten und äußerst konstruktiven jungen Frau.