13.05.2018 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom am siebten Sonntag der Osterzeit Wie heißt Gott?

DOMRADIO.DE übertrug am siebten Sonntag der Osterzeit das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Josef Sauerborn. Der ging in seiner Predigt der Frage nach dem Namen Gottes nach.

In seiner Predigt sprach Domkapitular Josef Sauerborn über die Bedeutung des Namens; den des Menschen und den von Gott. "Bei Deinem Namen habe ich Dich gerufen." In diesem biblischen Satz fänden die Unverwechselbarkeit und Einmaligkeit des Menschen seinen Ausdruck, so der Domkapitular. In der heiligen Schrift sei deswegen der Name an sich von zentraler Bedeutung: "Der Name ist ein unverzichtbarer Teil unserer persönlichen Identität, steht symbolisch für uns und unsere Existenz." Gott kenne jeden Menschen beim Namen und rufe ihn danach.

Wenn schon unter Menschen der Name von so entscheidender Bedeutung sei, wie möge es dann um Gott und seinen Namen bestellt sein? "Steht schon der Name des Menschen für den Menschen selbst und dessen Leben – wie ist es dann mit Gottes Namen?", fragte Sauerborn.

Eine Antwort finde sich zuerst in der Glaubensgeschichte, in der Gottes Name eine wichtige Rolle spiele. Der Mensch neige in seiner Religionsgeschichte oft dazu, diesen Namen zu instrumentalisieren, ein nützliches Spiel der Frömmigkeit zu treiben und über den Namen Gottes Macht und Einfluss zu gewinnen. Die Schrift wehre sich dagegen: "Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen", lautet doch das erste Gebot.

Gott heißt Jahwe

"Ich bin der 'Ich bin da'", hat Gott Moses gesagt. Dieser Name lasse sich nicht verzwecken und instrumentalisieren, argumentierte Sauerborn. Denn dieser Name sei absolute Präsenz. Das sei auch dort so, wo er verleugnet oder verkannt werde. "Um diesen wahren und wirklichen Gott geht es in der Offenbarung Christi", so der Domkapitular. In Jesus Christus würde Gott sich aussprechen, in ihm würde sichtbar wer das ist; der "da ist".

"Wer mich sieht, sieht den Vater", merkte Jesus dazu an. "Ich bin es, fürchtet Euch nicht!", rief Jesus an anderer Stelle den Jüngern zu, als die in einen Seesturm geraten waren. Darin schlage die Offenbarung Gottes vor Mose durch. Jesus offenbarte den Namen Gotte indes nicht so, wie ein Prophet das etwa machen würde. "Der Prophet ist nicht selbst die Offenbarung Gottes, sondern spricht nur im Auftrag Gottes", erklärte Sauerborn. Im Unterschied dazu sei aber Jesus selbst die Offenbarung Gottes.

Für den Alltag der Gläubigen bedeute das, sich zu fragen: "Wo bezeuge ich Gottes Namen?" Jesus habe den Namen Gottes zuletzt am Kreuz offenbart. "Lassen wir uns davon in die Pflicht nehmen – oder jagen wir anderen Göttern nach? Bezeugen wir den Glauben in dieser Welt?"

Kapitelsamt im Kölner Dom am siebten Sonntag der Osterzeit 

Die musikalische Gestaltung lag bei Domorganist Winfried Bönig und dem Kammerchor St. Nikolaus, Kuchenheim, unter der Leitung von Volker Prinz. Der siebte Sonntag der Osterzeit ist der letzte Sonntag vor Pfingsten. In der Lesung aus der Apostelgeschichte geht es um die Erwählung des Matthias, der nach dem Selbstmord des Judas per Los zum Kreis der Apostel hinzukommt.

Der erste Johannesbrief thematisiert dann die Liebe Gottes und das Zeugnis der ersten Christen für Jesus als den Sohn Gottes: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."

Im Evangelium nach Johannes schließlich bittet Jesus Gott darum, dass er die Menschen in seinem Namen bewahrt – auch hier geht es wie im Johannesbrief darum, dass die Gläubigen treu zu Gott und ihrer Berufung stehen sollen.

(DR)