Archivbild: Glockenweihe am Paderborner Dom
Glockenweihe am Paderborner Dom
Ankunft der Kölner Petersglocke
Ankunft der Kölner Petersglocke
Streitpunkt Glocken mit Nazi-Symbolen wie hier in Schweringen
Hakenkreuz-Glocke in der Kirche in Schweringen
Die neue Nr. 1 in der Kathedrale von Bukarest
Die neue Nr. 1 in der Kathedrale von Bukarest

25.12.2018 - 18:00

Glocken zwischen Krieg und Frieden "Friede sei ihr erst Geläute"

Klang- und Zeitreise durch die Welt der Glocken im Kontext von Krieg und Frieden vom Mittelalter bis hin zu den Friedensglocken unserer Zeit; dazu glockeninspirierte Chor- und Instrumentalmusik bekannter und weniger bekannter Komponisten.

Friedrich Schiller ließ sein 1799 verfasstes "Lied von der Glocke" mit den Worten enden: "Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute." Bereits in sehr alten Glockeninschriften kommt dieser Auftrag zur Geltung. Doch gibt es kaum einen Kulturgegenstand in Europa, der von Krieg und Frieden gleichermaßen betroffen ist wie die Glocke.

In den großen Kriegen wurden sie häufig von den Türmen geholt und zu Kanonen oder Munition verarbeitet. In Friedenszeiten wiederum entstanden aus Kanonen und Geschützen wieder Glocken. Glockengießer waren im Verlauf der Jahrhunderte nicht selten auch Kanonengießer und verdienten ihren Lebensunterhalt zu Kriegs- wie in Friedenszeiten.

Triumph über den Feind

Der Umguss von Kanonen zu Glocken war oftmals ein Zeichen des Triumphes über den Feind, wie die nach der zweiten erfolglosen Türkenbelagerung Wiens gegossene Pummerin des Stephansdomes oder aber auch die Kölner Kaiserglocke und das Frankfurter Domgeläut zeigen. Nach der "Magdeburger Hochzeit" im Dreißigjährigen Krieg landeten von Feldmarschall Tilly erbeutete Kanonen als Glocken in der Kölner Jesuitenkirche.

Auch war es nicht unüblich, nach gewonnenen Schlachten und Eroberungen Glocken als Trophäe mit in die Heimat zu nehmen. Auf diese Weise landete eine Glocke aus der polnischen Stadt Thorn im Zuge des Großen Nordischen Krieges im Geläut des Domes von Uppsala und ist bis heute die größte mittelalterliche Glocke Schwedens.

Glocken aus Ersatzwerkstoffen

Mit dem Zeitalter der Industrialisierung begann die Entwicklung von Glocken aus Materialien, die für die Rüstungsindustrie wertlos waren. Vor allem nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von vielen Gemeinden Glocken aus Stahl, Eisen und zinnfreien Sonderlegierungen bestellt und sind nicht selten bis auf den heutigen Tag Gegenstand von zum Teil polemischen und ideologischen Auseinandersetzungen. Dabei lässt so manches Stahl- oder Sonderbronzegeläut aufhorchen und zeigt eine für die Entstehungszeit erstaunliche Qualität.

Hatte noch bei der Beschaffung von drei Sonderbronzeglocken für den Wormser Dom der verantwortliche Sachverständige gewettert, deren Klang würde "die Luft verpesten", so entschied man einige Jahrzehnte später, diese drei Instrumente der Notzeit wegen ihrer guten Klangqualität in die Geläuteerweiterung zu integrieren.

Friedensglocken hoch im Kurs

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Auftrag der Glocke für den Frieden zu läuten wiederentdeckt. Mahnend erklingen Glocken an Gedenkstätten wie den ehemaligen Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald. Aber auch auf Berggipfeln in den Alpen hängen durch ihre Größe beeindruckende Friedensglocken. Ein ganzes Geläut, das der Friedensthematik verpflichtet ist, wurde 1951 für den Paderborner Dom gegossen und in diesem Jahr um eine 13,5 Tonnen schwere "Jesus Christus, unser Friede"-Glocke erweitert.

Was aber auch nicht fehlen darf, ist die neue Nr. 1 der freischwingenden Glocken weltweit. Am 24. November läutete erstmals offiziell die neue Glocke der rumänisch-orthodoxen Kathedrale in Bukarest. Mit einem Gesamtgewicht von knapp 25,2 Tonnen verdrängt sie die Kölner Petersglocke auf Platz 2 der Weltrangliste.

Abgerundet wird die Sendung durch glockeninspirierte Musik von Andreas Romberg, Peter Tschaikowsky, Benjamin Britten und dem gebürtigen Kölner Max Bruch, der Schillers "Lied von der Glocke" in beeindruckender Weise vertont hat.

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