Sr. Katharina Hartleib OSF
Sr. Katharina Hartleib OSF vor dem Kölner Dom

05.10.2021 - 18:09

Morgenimpuls mit Schwester Katharina Kirche ist immer im Umbau!

Das Kloster, in dem Schwester Katharina lebt, befindet sich im Umbau, genauso wie die katholische Kirche. Der Synodale Weg symbolisiert dabei diesen spannenden Umbau der Kirche, findet Schwester Katharina.

In unserem Mutterhaus bauen wir seit knapp zwei Jahren um. Wir machen das Haus fit für die Zukunft. 1966 eingeweiht, konnte es einen Konvent von 80 Schwestern beherbergen und 120 Gastschwestern aufnehmen. 1995 wurden die Zimmer modernisiert und 2012 zwei Etagen für die Verwaltung unserer Werke neu gestaltet. Und nun ist es wieder dran.

Den kleineren Konvent in ein passendes Umfeld zu geben und das große Haus für die Werke, die durch unsere Schwestern gestartet worden sind, fit und nutzbar zu machen. Immer neu schauen, wie das geht mit dem Kirchebauen, dem Kernauftrag der franziskanischen Menschen seit Franziskus von Assisi.

In sein Fest haben wir hinein gefeiert mit einem Gottesdienst und danach mit Suppe und Brot. Und wir haben diesen wunderbaren Abend gemeinsam sehr genossen. Schwestern aus verschiedenen Konventen und Mitgehende aus unserer Weggemeinschaft. Das Miteinander Mahlhalten war nicht im Refektorium, das ist für so viele Menschen nicht mehr ausgelegt, sondern im Flur direkt vor der Kirche.

Die Schwestern haben für diesen jetzt durch Türen abgegrenzten Raum noch keinen passenden Namen gefunden. "Flur vor der Kirche", "Foyer" oder "Raum der Begegnung"? Wir wissen es noch nicht.  Dieser Raum hat etwas von "Übergang" von "noch nicht fertig" von "im Werden seiend". Und Passenderes gibt es kaum zu sagen über unsere gesamte Kirche in der Welt. Wir sind im Umbau.

Wir sind von Jesus gegründet und beständig unterwegs, wir sind Boten seines Evangeliums und im gesamten Erdkreis zu hören. Wir sind mit dem Umbau beschäftigt, weil andere Räume notwendig werden und herausführen sollen aus Enge und Abkapselung, aus festgefahrenen Strukturen und verschlossenen Türen, aus Abgrenzung und Verurteilung von Gruppen, Geschlechtern und Andersdenkenden.

Der Synodale Weg, der am vergangenen Wochenende wieder zusammen war, zeigt dieses "im Umbau sein" sehr deutlich. Das Ringen um den Inhalt und das Ringen um das wie, wie der Umbau gehen soll, das bleibt spannend und aufregend und ärgerlich und erfreulich. Und er bleibt hoffentlich ein Raum der Begegnung für alle, die im Namen Jesu unterwegs sind und in seinem Auftrag Kirche bauen wollen.

Schwester Katharina Hartleib

(DR)