Franziskanerinnen geben Bielefelder Konvent auf
Ordensfrau betet den Rosenkranz

09.02.2021 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Mit Gottes Hilfe können wir das schaffen, was gerade dran ist!

Am heutigen Gedenktag von Aline Bonzel, der Gründerin der Olper Franziskanerinnen, denkt Schwester Katharina an all die vermittelten Werte und Überzeugungen älterer Verwandter zurück, die sie und Aline Bonzel erfahren haben. Schwester Katharina erkennt, dass Aline Bonzel mit der Kraft Gottes imstande war, die Ordensgemeinschaft zu gründen, um anderen zu helfen.

Zwei Freundinnen wachsen in behütetem Umfeld auf. Die Eltern sind vermögend, die kleine Stadt mittelständisch und gut situiert, die Kirche gleich neben dem Elternhaus, die Seelsorge geordnet und das kirchliche Leben geht seinen ruhigen Gang durchs Kirchenjahr. Aber eine der beiden, Aline, lässt sich davon nicht täuschen. Jahrelang hat ihr tief frommer Onkel Arnold sie nicht nur mit zu jedem Gottesdienst genommen, sondern auch mit zu den versteckt und verschämt armen Leuten der Stadt, denen er die notwendigen Lebensmittel gebracht und manche Rechnung bezahlt hat. Und trotz vieler verschwurbelter Wege und Hindernisse gründet sie mit ihrer Freundin und noch einer dritten Frau eine Ordensgemeinschaft, um Gott in den Armen und hier besonders den Kindern zu dienen.

Das erleben wir ja ganz oft. Da sind Omas oder Großväter, Onkel oder Tanten diejenigen, die in jungen Leuten ganz beharrlich ihre guten Werte, Themen und Überzeugungen grundlegen und sie so scheinbar nebenbei ins Leben, in den Glauben, ins tatkräftige Christsein einführen. Mir ging das so ähnlich. Bei meiner Tante hab ich das tägliche Beten gelernt, bei meiner Oma Katharina die Überzeugung, dass nicht nur Reden, sondern Tun wichtig ist. Und bei meiner Tante Elisabeth, dass Gott auch nach zerbrochenen Beziehungen an unserer Seite bleibt. Aline Bonzel, deren Gedenktag wir heute in Olpe begehen, hat deshalb auch keine soziale Organisation oder eine Partei gegründet, die genau in ihrer Zeit auch entstanden sind, sondern eine Ordensgemeinschaft. Sie wollte vor Gott und für die Menschen da sein, weil sie wusste, dass die eigenen Kräfte und Fähigkeiten nie ausreichen würden, sie aber mit Gottes Hilfe all das schaffen kann, was gerade dran ist.

(DR)