Vatikan: Bibel begründet keine Öffnung zu Scheidung und Homo-Ehe
Die Briefe des Paulus

26.01.2021 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Nicht ängstlich sein, sondern Gottes Geist trauen!

Den Glauben bekommen wir überliefert, aber andere können uns den Glauben nicht entfesseln. In den Briefen des Paulus findet Schwester Katharina einen Hinweis darauf, wie wir für uns die Gnade Gottes immer wieder anfachen können.

Wie der Herre so's Gescherre, die Redensart kennen Sie vielleicht noch. Damit ist gemeint, dass Kinder oft so ähnlich werden wie die Eltern, dass Untergebene ähnlich ticken wie die Oberen, dass das Verhältnis Schüler und Lehrer abfärben kann. Dass Paulus einen ziemlichen Verschleiß an Mitarbeitern hatte, kann man gut nachlesen. Aber diese beiden Schüler, Timotheus und Titus, scheinen in das Schema zu passen, das Paulus versucht hat, für alle Gemeinden, in denen er missioniert hat, Menschen zu finden und einzusetzen, die seine Aufgabe dort weiterführen konnten. Und so sind diese beiden sehr unterschiedlich und haben auch sehr unterschiedliche Aufgaben. Aber gemeinsam ist ihnen, nachdem sie Paulus kennengelernt haben, haben sie seine unglaubliche missionarische Kraft erlebt und sind ihm bis in seinen Tod hin treue Begleiter und Mitarbeiter in seinem Dienst geblieben. Die Briefe des Paulus haben darüber hinaus aber manchmal kurze Passagen, in denen auch familiäre Hintergründe seiner Schüler auftauchen. In einem Brief an Timotheus schreibt er ihm:

"Ich denke an deinen aufrichtigen Glauben, der schon in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike lebendig war und der nun, wie ich weiß, auch in dir lebt. Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."

Hier wird mir wieder deutlich, wie lang die Überlieferung unseres Glaubens geschieht und wie es einfach geht, wenn es geschieht. Durch Vorfahren, Großeltern, Eltern, Missionare, die eben vorbeikommen, durch Handauflegung, Taufe. Aber dass es immer an uns selber liegt, diese Gnade Gottes wieder anzufachen und nicht verzagt und ängstlich zu sein, sondern im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit wirklich zu trauen und dann wieder anzufangen.

(DR)