21.05.2017 - 09:00

Was haben die mit Christi Himmelfahrt zu tun? Bitttage und Blutritt

Wenn man in den Kalender guckt, sieht man: in der nächsten Woche ist wieder ein Feiertag - Christi Himmelfahrt steht an. Mit ihm kommen Bitttage und ein Blutritt

Die drei Bitttage liegen VOR Christi Himmelfahrt und haben mit der Jahreszeit zu tun. Die Frühjahrssaat wächst und gedeiht auf den Feldern – es sei denn Hagelschauer, Nachtfrost, zu wenig Regen oder andere Wetter Kapriolen beziehungsweise Schädlinge pfuschen den Landwirten ins Handwerk. Früher konnte das dann eine Hungersnot auslösen. Daher gab es dann Bitt-Prozessionen, bei denen die Felder gesegnet und um eine gute Ernte gebetet wurde. Heute sind die Bitttage eher eine Erinnerung daran, dass wir Menschen eben auch Teil der Schöpfung sind und sie bewahren sollen.

Bitten auf Anordnung vom Papst

Diese Bitttage gehen auf eine Anordnung von Papst Leo III. im 8 Jahrhundert zurück. Damals übernahm die gesamte lateinische Kirche damit den Brauch, von drei Sühnetagen mit Buße und Werken der Nächstenliebe vor Christi Himmelfahrt. Den Brauch kannte man bis dahin in der Weise ab dem 5 Jahrhundert nur in Südfrankreich.

Blut-Ritte gibt es an mehreren Orten Deutschlands

Der Blut-Ritt zu Christi Himmelfahrt findet am Freitag NACH Christi Himmelfahrt im oberschwäbischen Ort Weingarten statt. Erstmals erwähnt wird er im 16. Jahrhundert. Es handelt sich dabei auch um eine Bitt-Prozession.

Dabei wird eine Reliquie mit Christi Blut und Erde in einer prachtvollen Prozession von einem Heilig-Blut-Reiter durch Stadt und Flur getragen. Begleitet wird die Reliquie von rund 3.000 Reitern in Frack und Zylinder und über hundert Musikkapellen.  

1094 bekam Weingarten diese Blut-Reliquie als Geschenk der Herzogin Judith von Flandern und baute dann dafür, als würdigen Ort der Aufbewahrung, die größte Barockkirche nördlich der Alpen.

Moderation: Babette Braun
(dr)