14.05.2017 - 18:00

Chorvesper aus dem Kölner Dom "Dies ist der Tag"

domradio.de hat am 5. Sonntag der Osterzeit die Chorvesper aus dem Hochchor des Kölner Domes übertragen. Offiziant war der emeritierte Dompropst Norbert Feldhoff.

Der Mädchenchor am Kölner Dom sang unter der Leitung von Domkantor Oliver Sperling Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Gerhard Strecke und Gijs Burger. An der Orgel war Stefan Klösges.

Der emeritierte Dompropst Norbert Feldhoff war über viele Jahrzehnte in verantwortlichen Positionen für das Erzbistum tätig. Am 1. März 2015 ging er in den Ruhestand mit 75 Jahren.

Der gebürtige Düsseldorfer war gerade mal 35 Jahre jung, als der damalige Kölner Erzbischof Joseph Höffner ihn zum Generalvikar kürte. Das Amt mit besonderem Vertrauensverhältnis behielt er auch unter Kardinal Joachim Meisner. Fast drei Jahrzehnte bestimmte Feldhoff die Geschicke des Erzbistums mit. 2004 schied er aber auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus. "Ich wollte nicht so lange warten, bis man hinter meinem Rücken sagt: Wann geht der endlich?", begründete er den Schritt. Sein Organisationstalent entfaltete Feldhoff seitdem als Dompropst; mehr als zehn Jahre setzte er sich für die gotische Kathedrale am Rhein ein.

Eigentlich wollte Feldhoff "nur" Seelsorger werden. Dass der Geistliche, der nach dem Theologiestudium in Bonn, Freiburg und Köln 1965 zum Priester geweiht wurde, dann doch mit Verwaltungs- und Finanzfragen betraut wurde, liegt an seinem Sinn für juristisches und mathematisches Denken. Natürlich sieht er den Hauptauftrag der Kirche in der Verkündigung. Zugleich wendet er sich aber gegen "die typisch kirchliche Mentalität, aus pastoralen Gründen Finanzierungsfragen zu übergehen".

Verhandlungsgeschick zeigen

Ob Etat oder Erwachsenenbildung, Kindergärten oder Karitatives, Personalentscheidungen oder Pastoralpläne - der Generalvikar und langjährige Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes musste stets Verhandlungsgeschick zeigen. "Kölscher Klüngel. Gestern, heute, morgen und überall", lautet der Titel eines von ihm verfassten Buches.

Als Dompropst setzte er sich dafür ein, dass der jährlich von bis zu sechs Millionen Touristen besuchte Dom seinen Charakter als Gottesdienstraum nicht verliert. Mit gewissem Stolz verweist er darauf, dass in der Kathedrale jährlich 3.500 Gottesdienste gefeiert werden, so viele wie in keiner anderen Bischofskirche. Damit die Besucher des Südturms die Messen nicht stören, wurde für sie ein unterirdischer Zugang gelegt und dazu das fast zwölf Meter dicke Domfundament durchbohrt. "Nirgendwo sonst auf der Welt kann man ein mittelalterliches Fundament von innen sehen", begeistert sich Feldhoff.

Versöhnliche Art

In seiner Amtszeit wurden Beleuchtung, Lautsprecheranlage und der Teppich in der Dom-Vierung erneuert. Und: Das Domkapitel entschied sich für das abstrakte Südquerhaus-Fenster von Gerhard Richter, das Kardinal Meisner gar nicht zusagte. Der wollte schon auf dem "Höhepunkt der Wut" seinen Bischofssitz im Dom verlegen, um das Fenster nicht sehen zu müssen, verriet der Dompropst hinterher augenzwinkernd. Aber Feldhoff wäre nicht Feldhoff, wenn er den damaligen Erzbischof nicht hätte versöhnlich stimmen können. Die Kathedra ist am alten Platz geblieben.