16.10.2016 - 06:30

Mozarts Dominikus-Messe in der Vorstellung Musikalischer Freundschaftsdienst

Für die feierliche erste Messe eines Jugendfreundes schrieb Mozart diese Messvertonung. Obwohl er erst 13 Jahre alt war, gelang ihm eine "Missa solemnis", die mit ihrer hohen musikalischen Qualität überrascht und zu den längsten Messvertonungen gehört, die der Salzburger überhaupt geschrieben hat.

Nicht nur das umfangreich besetzte Orchester mit Blechbläsern betont den feierlichen Charakter der Messvertonung, sondern auch zum Beispiel die langsame Einleitung zu Beginn des Kyrie.

Schon in dem frühen Werk zeigt sich Mozarts Vorliebe für eher schwungvolle Vertonungen der Messe – die Uraufführung der Dominikus-Messe erfolgt im Jahr 1769 unter der musikalischen Leitung seines Vaters Leopold. Der Beiname der Messe ergibt sich durch den Anlass. Für seinen Jugendfreund Cajetan schrieb Mozart das Werk. Der war vor der Priesterweihe in den Benediktinerorden eingetreten und Dominikus zu seinem Ordensnamen gewählt. Nach der Weihe feiert jeder Priester die Primiz, das ist die Prima Missa, die erste Messe, der ein neugeweihter Kleriker als Priester vorsteht.

Für die Primiz von Dominikus strengte sich Mozart mit seiner Messvertonung besonders an und zeigte eine große Sorgfalt zum Beispiel bei den Schlussfugen des Chores beim Gloria und Credo.

Mozart vertonte bei der Dominikus-Messe den kompletten, feststehenden Text der katholischen Messe und unterteilte die 5 Messteile nochmals in einzelne Abschnitte, die sich in der Besetzung und im Charakter der Musik teilweise stark unterscheiden. Es gibt Hinweise, dass Vater Leopold dem 13jährigen beim Komponieren der schwierigen Passagen etwas zur Hand ging. Auffällig ist, wie gut der junge Mozart die musikalischen Gepflogenheiten der damaligen Zeit beim Komponieren von Kirchenmusik kannte.

19 Vertonungen der Katholischen Messe gibt es von Wolfgang Amadeus Mozart - nicht mit eingerechnet das unvollendet gebliebene Requiem in d-moll KV 626. Grundsätzlich unterscheiden Musikwissenschaftler bei diesen Kompositionen zwischen der „Missa brevis“, also einer kürzeren Messvertonung für gewöhnliche Sonntage mit kleinerem Orchester und nur kurzen Solistenpassagen. Dazu gab es im Gegensatz  die „Missa solemnis“, die feierliche Messe, die länger und aufwändiger besetzt war. Sie war für hohe kirchliche Feiertage bestimmt  oder eben für besondere Anlässe wie die Primiz 1769 in der Jesuitenkirche in Salzburg.

Mozart schrieb alle seine Messvertonungen bis 1780. Während dieser Zeit war er Konzertmeister und etwas später Hoforganist für den Fürsterzbischof von Salzburg, zu dem er allerdings ein gespanntes Verhältnis hatte. Nur die unvollendet gebliebene c-moll-Messe komponierte Mozart später ohne einen konkreten Auftrag durch einen Fürsten oder Bischof. Insofern war das Komponieren von Messen Teil des Aufgabenbereichs, den Mozart vor seiner Zeit als freier Komponist in Wien zu erfüllen hatte.

Es ist bemerkenswert, mit welcher Qualität, mit wieviel Einfallsreichtum er dies tat. Nicht umsonst werden auch heute noch nahezu alle diese Vertonungen zahllos bei Gottesdiensten und Konzerten aufgeführt.

Text: Mathias Peter

 

(Erstsendedatum: 17.01.2016)