07.11.2012 - 16:49

Faszination Kloster (07) Tod und Trauer hinter Klostermauern

Sie gehören zu den schwersten Dingen, mit denen sich ein Mensch im Leben auseinandersetzen muss. Die Sterblichkeit und die Trauer. Jeder wird früher oder später damit konfrontiert. Jeder geht anders damit um. Wie sieht die Trauerarbeit im Kloster aus? In verschiedenen Klöstern gibt es Trauerseminare, in denen die Mönche und Nonnen den Außenstehenden Kraft geben, und Wege zeigen mit ihrer ganz persönlichen Trauer umzugehen.

"Der Tod ist im Kloster nichts Besonderes, und das ist das Besondere!"

Das Leben im Kloster ist geprägt vom ganz normalen Leben, eben aber auch vom ganz normalen Tod. Beides gehört selbstverständlich zum Alltag. Deshalb wird im Kloster oftmals natürlicher mit der letzten Lebensphase umgegangen als in manch anderen Gemeinschaften. Pater Guido Hügen hat 1990 seine Diplomarbeit über Tod und Trauer im Kloster Königsmünster geschrieben. "Die Klostergemeinschaft ist wie eine Großfamilie von früher", sagt er. "Damals hat auch jeder den Tod der Oma hautnah mitbekommen. Heute kann es gut sein, dass ein Mensch bis in seine 30er nie mit einem toten Körper konfrontiert wird." Im Kloster ist das anders. Jeder Mitbruder bekommt alles hautnah mit. Hier spielt auch die Liturgie eine große Rolle. Wichtige Schritte im Umgang mit einem Sterbenden oder Toten. Die gleiche Rolle, die für einen nicht-gläubigen z.B. die Psychotherapie spielt: Die Trauer ertragen und bewusst mit ihr umgehen. - Im Kloster Königsmünster ist das Gedenken an einen Toten übrigens nicht nach der Trauerfeier beendet. Für sechs Wochen brennt am Platz des verblichenen Bruders eine Kerze.

Der Umgang mit den Hinterbliebenen ist die Aufgabe von Schwester Martino Machowiak. Seit sieben Jahren ist sie Trauerbegleiterin für Hinterbliebene. Früher war sie Krankenschwester in der Notaufnahme. "Das schwierige daran war nicht der Umgang mit den schwer Verletzten und Sterbenden, das Schwierige war der Umgang mit den Angehörigen." - Dafür bietet sie heute zum Beispiel das Trauercafe an, in dem auch Schweigen und Weinen seinen Platz haben. Das wichtigste an der Trauerbegleitung ist authentisch zu sein. Schwester Martino fühlt mit den Menschen mit, macht aber nicht deren Trauer und deren Leid zu ihrem eigenen. Das fällt manchmal schwer. Besonders wenn das Schicksal der Trauernden ihrem eigenen nahe kommt oder ähnlich ist. - Trotz alledem ist die Trauerbegleitung für Sie eine Aufgabe, der sie gerne nachgeht. "Wenn sich die Trauernden mit einem Lächeln aus dem Gespräch verabschieden, ist das für mich der größte Lohn!"

Auch unseren Hörern liegt das Thema Trauern am Herzen. Leider fehlt all zu oft aber die seelsorgerische Begleitung. Das schreibt Arno aus dem Hochsauerland. "In Zeiten der Pfarrverbünde gibt es auf dem Land, keine seelsorgerische Begleitung mehr.Weder im Leben, noch im Tod. Dabei wären die leerstehenden Kirchenräume doch der perfekte Ort für Laienangebote. Wie z.B. das "Lebenscafe" in Trier." Vielleicht ist der richtige Umgang mit dem Tod aber auch sich nicht all zu viel damit zu befassen: Patrick schreibt auf gut Kölsch: "Et kütt, wie et kütt."