04.02.2013 - 12:01

Stephan Thome über "Fliehkräfte" Der Unglaube steht auf wackeligen Füßen

Hartmut Hainbachs „Unglaube steht auf wackeligen Füßen“, schreibt Stephan Thome über seinen Romanhelden Hartmut, der Ende fünfzig ist und in eine Lebenskrise gerät. Frau, Kind, Karriere – Professor Hainbach hat erreicht, was er immer wollte. Als seine Tochter dann aber auszieht und seine Frau eine Stelle in Berlin annimmt, und er allein im Bonner Eigenheim bleibt, gerät sein Leben aus den Fugen. Er kann sich nicht entscheiden, seiner Frau nach Berlin zu folgen, und so bricht er auf zu einer Reise, die für ihn eine Bestandsaufnahme seines Lebens wird.

Stephan Thomes  Roman „Fliehkräfte“ enthält in der Suchbewegung des verunsicherten Professors zahlreiche religiöse Spuren. So sitzt er in der Kathedrale von Santiago des Compostela: „Die Säulen sehen aus, als hätte die Ewigkeit Beine bekommen“. Er denkt in der Kirche über sein Leben nach: „Auf interessante Weise ist das Thema Religion für Maria (seine Frau) und ihn so peinlich wie für die Generation zuvor Sexualität. Nicht aus der Welt zu schaffen, man kann nur die Augen schließen“. Im domradio.de Interview mutmaßt Stephan Thome, warum es für viele heute so peinlich ist, über Religion zu sprechen. „Wir leben da in einer Zwischenwelt, die zur Verunsicherung beiträgt“, sagte Thome: „Es ist nicht mehr selbstverständlich im religiösen Sinn zu glauben, aber es ist auch nicht selbstverständlich, nicht zu glauben. Es existiert beides nebeneinander“.