09.08.2012 - 14:10

Mario Giordano über "Apocalypsis" "Es gibt Hoffnung für die Katholische Kirche"

"Kleine Gefälligkeiten zur richtigen Zeit, eine diskrete Empfehlung, ein lobendes Wort, eine anerkennende Bemerkung an richtiger Stelle", so beschreibt Mario Giordano die Währung, mit der man im Vatikan bezahlt, um vieles zu bewegen. Es ist schon erstaunlich, mit welch großer Genauigkeit und Sensibilität der Autor Beobachtungen aus dem Vatikan in seinen Mystery-Thriller "Apocalypsis" einbaut.

Natürlich geht es in dem Genre Roman um geheime Verschwörungen, um einen Anschlag auf den Vatikan, um Mord und Weltherrschaft - eine teuflisch packende Geschichte. Aber die katholische Kulisse, die der Autor für seinen Thriller wählt, ist stimmig. Giordano hat sorgsam recherchiert, sein Konklave könnte genauso stattgefunden haben, die Papstwohnung entspricht exakt den Räumlichkeiten von Papst Benedikt … . Dazu wählt der Schriftsteller eine theologisch-philosophische Grundierung für seinen Roman, die den Thriller an vielen Stellen zu einem Protestbuch gegen die Tabuisierung des Religiösen macht. So sagt Maria, die Ordensschwester, die gemeinsam mit dem Journalisten Peter Adam für das Gute kämpft: "Wenn du selbst die Grenzen des Möglichen bestimmst und niemand sonst, dann kann, dann darf Gott nicht wahr sein. Aber das ist doch intellektuelle Arroganz. Zu sagen: Hey, da ist ein Widerspruch, also ist es Unsinn und unmöglich. Aber was weißt du denn so viel mehr als alle diejenigen, die glauben?" Im domradio.de Interview erzählt Mario Giordano von seinen Recherchen, vom Kampf Gut gegen Böse - und was im Roman "das Böse" ist, und er verrät, dass es am Ende Hoffnung für das Gute, das heißt, für die katholische Kirche gibt.

"Apocalypsis" ist eine Roman-Trilogie als sogenannte "Web-Novel". Der erste Teil des Thrillers ist jetzt als Buch erschienen - bei Bastei Lübbe und kostet 8 Euro 99. Den zweiten Teil gibt es im Netz unter: