20.12.2011 - 11:21

Judith Schalansky über die Grenzen der Naturwissenschaften "Der Hals der Giraffe – Bildungsroman"

"Es gibt immer wieder Dinge, die wir nicht einordnen können und die uns in unserem Menschsein herausfordern". Judith Schalansky erzählt in ihrem Roman: "Der Hals der Giraffe" von einer Biologielehrerin, die scheitert, weil sie alles einordnen will. Ihre Schüler kommen in Schulbladen, das ganze Leben sortiert sie nach den Gesetzen der Naturwissenschaften, denn "was gibt es anderes als das Hier?" Für die Lehrerin Inge Lohmark zählt nur das "Hier". Der Mensch ist doch nur ein Säugetier unter vielen anderen Tieren, denkt sie. Kulturelle Traditionen und religiöse Verankerungen gibt es für die strenge Lehrerin nicht. Was allein zählt, sind die Gesetze der Natur. "Der Leistungswille lag nun mal in der Natur des Menschen. Und den Naturgesetzen war nicht zu entkommen. Nur der Wettbewerb hielt uns am Leben. An Überforderung war noch niemand gestorben. Ganz im Gegenteil." Nach diesen Prinzipien behandelt sie auch ihre Schüler.

Die Schriftstellerin Judith Schalansky zeichnet in ihrem Roman: "Der Hals der Giraffe" das Bild einer fiesen, verhärmten Lehrerin. "Bei Inge Lohmark gab es kein Mitspracherecht. Niemand hatte eine Wahl. Es gab die Zuchtwahl und sonst nichts." Im domradio Autorengespräch erzählt die Autorin, warum das biologistische System der Lehrerin nicht aufgeht und welche Rolle Kultur und Naturwissenschaften im Leben der Menschen spielen.

Judith Schalansky / Der Hals der Giraffe / 224 Seiten / Suhrkamp Verlag / 21 Euro 90
Als Hörbuch: gelesen von Dagmar Manzel  / 4 CDs / Der Audio Verlag / 19 Euro 99

Nachrichten

Aktuelle Nachrichten aus Kirche und Welt – von der domradio.de-Redaktion für Sie ausgewählt und aufbereitet.

Nachrichten abonnieren

Nachrichten-Ticker auf Ihrer Website

Erweitern Sie das Informationsangebot Ihrer Seite und binden Sie unseren Nachrichten-Ticker auf Ihre Website ein – einfach und kostenlos.

Mehr Informationen

Programmtipp

Lukasevangelium
27.09.2017 - 08:00
Evangelium

Lk 9,1-6

Aus dem Lukasevangelium