02.01.2015 - 14:17

Die Heiligen Drei Könige in der Literatur „Wo der Künstler fromm mit den Fröhlichen sein kann“

„Drei ernste Könige mit Gefolg’ und Schätzen nach Belieben, herrliche Mutter und Kind mit ärmlicher Umgebung, fromme tüchtige Ritter, elftausend hübsche Mädchen – das ist doch ein Element, worin der Künstler sich ergehen und fromm mit den Fröhlichen sein kann,“ schreibt Johann Wolfgang von Goethe über die Geschichte der Heiligen Drei Könige und das „Volksbuch“ von Johannes von Hildesheim „Historia Trium Regum“. Ihm fällt kein Volksbuch ein, neben dem dieses Büchlein nicht stehen könnte. Im domradio.de Interview erzählt Markus Juraschek-Eckstein über die Drei Könige in der Literatur - vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Markus Juraschek-Eckstein bietet im Kölner Dom „Literarische Dreikönigsführungen“ an. Er zitiert Victor Hugo, der die Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland „eine Legende aus 1000 und einer Nacht, in das Evangelium verflochten“ nannte. Das andere kulturelle Klima, dem die Weisen entstammten, begeisterte viele, auch glaubensferne Dichter und Poeten. „Es waren Fremde, die als erste die Frohe Botschaft von der Geburt des Herrn in die Welt trugen“, sagt Juraschek-Eckstein: „Das hat auch Rilke in seinem Gedicht von den Königen fasziniert, wenn er den Stern die Könige ankündigen läßt: ´Da bring ich eine Wanderschaft / aus vieler Fremde her. / Drei Könige mit mächtiger Kraft, / von Gold und Topas schwer / und dunkel, tumb und heidenhaft, - / erschrick mir nicht zu sehr´.“

„Es sind die Gegensätze und das Ambivalente, das die Geschichte von den Drei Königen für Schriftsteller so spannend macht“, erzählt Juraschek-Eckstein: „Drei überaus reiche und mächtige Könige knien vor dem in Armut gebetteten Jesus nieder“. Zudem seien die Drei Könige keine Glaubensbrüder von Maria und Josef gewesen, sondern Fremde – aus dem Osten. Und was ist Wahrheit? Was Erfindung der Schriftsteller? „Man kann nicht beweisen, dass es die Drei Könige nicht gegeben hat“, sagt Juraschek-Eckstein: „Und was zählt ist doch, dass die Geschichte von den Drei Königen in ihrer bis heute wirkenden Verzauberung, Ausstrahlung und Macht funktioniert“.