24.06.2013 - 11:39

Bernhard Kegel über Tiere in der Stadt Die Wildnis vor unserer Haustür

Graureiher jagen neben einer Berliner U-Bahn, Füchse dösen im Kölner Klingelpützpark in der Sonne, und auf den Bäumen tummeln sich grüne Papageien, die eigentlich in den Tropen zuhause sind. Die Wildnis drängt immer mehr in die Großstadt. Wie ist das zu erklären? Warum ist die Stadt so attraktiv für viele Tierarten. Der Biologe und Romanautor Bernhard Kegel nimmt uns in seinem Buch: "Tiere in der Stadt. Eine Naturgeschichte" mit auf eine spannende Forschungsreise in die Wildnis vor unserer Haustür.

„Würde man über Nacht alle Tiere aus einer Großstadt entfernen, bräche für urbane Vogelfreunde und Käfersammler zwar eine Welt zusammen, die meisten von uns, die wir in unserer täglichen Tretmühle aus Arbeit, Einkauf, Medienkonsum und Familienleben stecken, würden es kaum bemerken“, schreibt Kegel in seinem Buch. Wenn sie sein Buch gelesen haben, dann können sie nicht mehr daran vorbei, die Stadt ist eine Wildnis. Bernhard Kegel öffnet unsere Augen für diese Wildnis vor unserer Haustür.

Wenn man mit mitten in der Nacht in der Stadt unterwegs ist, dann kann es durchaus passieren, dass man plötzlich einem Fuchs begegnet. Der steht dann da, ganz ruhig, schaut einen an, läuft nicht weg, sondern scheint ganz unberührt von den Menschen um ihn herum. Immer häufiger trifft man Füchse in der Stadt. Aber auch Wildschweine, Graureiher oder Papageien. Im domradio.de Interview erzählt Kegel, warum die Papageien sich in der Stadt so wohl fühlen und was Füchse alles fressen: „Regenwürmer zum Beispiel“. Und wenn Kegel feststellt, dass in einer Stadt wie Berlin 30 000 verschiedene Tierarten leben, dann kommt er nicht daran vorbei auch das Leben der Insekten und Spinnen unter die Lupe zu nehmen. Die Bettwanze sei wieder auf dem Vormarsch, sagt er, der Menschenfloh hingegen drohe auszusterben. Welche Tiere und Milben sich in unseren Betten tummeln, auch darüber berichtet Kegel im domradio.de Interview.