28.07.2017 - 09:20

Zum Lobe Gottes - Orgel- und Klaviervirtuose des Barock Johann Sebastian Bach

"Das Wohltemperierte Klavier", "Die Goldbergvariationen", "Die Brandenburgischen Konzerte", und "Das Weihnachtsoratorium" hat er hinterlassen. Johann Sebastian Bach ist einer der Musiker, dessen Ruhm sich erst nach seinem Tod so richtig entfaltete. Am 28. Juli 1750 ist er gestorben.

Er ist der Letztgeborene der Familie. Johann Sebastian Bach kommt am 21. März 1685 in Eisenach zur Welt.

Musik als Familien-Begabung

Seine Vorfahren und sieben Geschwister weisen allesamt außergewöhnliches musikalisches Talent auf.

Vom Vater bekommt er das Geigenspielen beigebracht, der Cousin des Vaters übernimmt den Erstkontakt mit der Kirchenorgel, an der Bach später zum bewunderten Virtuosen avanciert.

Musikalischer Lebensweg von Beginn an

Nach dem frühen Tod der Eltern erhält Johann Sebastian mit neun Jahren ein Schulstipendium in Lüneburg.

1702 erlangt er dort die Hochschulreife und für etwa ein Jahr verliert sich seine Spur ehe er 1703 eine Anstellung als Organist an der neuen Kirche im thüringischen Arnstadt findet.

Inspiration und "Eigenart"

Seinen ersten Urlaub nutzt er für eine Reise nach Lübeck, um dort Dieterich Buxtehude anzuhören, eine große Inspiration für die ersten eigenen Kompositionen.

Zu Hause in Arnstadt werden Beschwerden laut wegen Urlaubsüberziehung, seiner verspielten und kunstvollen Art die Orgel zu spielen und wegen der Überforderung des Chores.

Um weiterem Streit aus dem Wege zu gehen spielt Bach in Mühlhausen vor und beginnt dort 1707 seinen Organistendienst.

Rastloser Geist

1708 zieht Bach weiter nach Weimar wo er beim Herzog eine Anstellung als Hoforganist und Kammermusiker findet.

Sechs Jahre nach Amtsantritt ernennt man Bach zum Konzertmeister, jetzt muss er alle vier Wochen Sonntags eine neue Kirchenkantate komponieren, doch Bach bleibt rastlos.

Bei der Hochzeit seines Herzogs lernt er dessen Schwager kennen und wird von ihm ein Jahr später zum Hofkapellmeister in Köthen gemacht. Allerdings hatte Bach es vorher versäumt, in Weimar um seine Entlassung zu bitten, der Richter verurteilte ihn daraufhin zu einem Monat Haft.

Weg zu den Brandenburgischen Konzerten

Der junge Fürst von Köthen ist begeistert von Bach, spielt als Violonist sogar selbst im 18-köpfigen Orchester mit. Er stattet es mit hochwertigen Instrumenten aus und schickt Bach zum Kauf eines neuen Cembalos nach Berlin. Dort lernt er Markgraf Christian Ludwig kennen für den er später die Brandenburgischen Konzerte komponieren wird.

Bach als zweite Wahl in Leipzig

1722 erfährt Bach von der Vakanz der Kantorenstelle in der Leipziger Thomaskirche. Er kommt zum Probespiel, doch die Wahl fällt zunächst auf Georg Philipp Telemann. Als der aus finanziellen Gründen ablehnt kommt es zu einem erneuten Vorspiel.

Auch diesmal ist Bach nicht die erste Wahl, aber als sein Widersacher nicht für das Amt freigegeben wird, entscheidet man sich für Bach.

Als Kantor und Musikdirektor schreibt er in der Folgezeit jede Woche ein neues Werk und bringt dann Karfreitag 1724 seine bis dahin größte Komposition zur Aufführung, die Johannes-Passion.

"Und soll wie aller Musik Finis und End, Ursache anders nicht als nur zu Gottes Ehre und Rekreation des Gemüts sein."

Bach als gefragter Lehrer

Musikschüler ziehen in sein Haus um sich zu Instrumentalisten und Komponisten für Kirche, Hof und mittlerweile erstarktes Bürgertum ausbilden zu lassen.

Für Bach selbst endet das Komponieren allerdings als seine Sehkraft immer schneller vergeht, und er an mit motorischen Störungen im rechten Arm leidet. Operationen helfen nicht.