Georg Friedrich Händel
Georg Friedrich Händel

14.04.2013 - 09:20

Wunderkind und einer der bedeutendsten Komponisten des Barock Georg Friedrich Händel

Er wurde im gleichen Jahr wie Johann Sebastian Bach geboren - doch unterschiedlicher hätte das Leben der beiden Tonkünstler nicht verlaufen können. Während Bach immer in Deutschland blieb und 27 Jahre seinen Dienst als Thomaskantor in Leibzig versah, reiste Georg Friedrich Händel viel in seinem Leben, lebte zuerst Italien, dann später in England. Händels Karriere verlief dabei äußerst wechselhaft. Am 14. April 1759 starb Händel in London.

 

Obwohl von Hause aus Protestant, schrieb Händel als junger Komponist auch Werke für den katholischen Gottesdienst – vor allem während seiner Rom-Reise 1707 lernte er die Tradition der konzertanten mehrchörigen Motette kennen und ließ sich davon für seine eigenen Werke inspirieren.

"O praise the Lord" heißt ein Werk, dass Händel 1717 oder 18 für einen englischen Duke in London schrieb. Das Libretto basiert auf einer Neuübersetzung einiger Psalme Davids in englischer Sprache. Zentraler Gedanke ist das Lob Gottes - und das Singen für ihn.

Sein "Halleluja" kennt nahezu jeder. Selbst kirchlich und klassisch wenig bewanderte Gemüter sind beeindruckt, wenn der Jubelruf des Chores aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Messias" erklingt. Ein Denkmal christlicher Musik. Händel zählt zu den bedeutendsten Komponisten des Barock.

Zwei Dinge liebte dieser: Reisen und Komponieren. Der Nachlass ist beachtlich. Allein das Hauptwerk umfasst über 40 Opern und 25 Oratorien. Bereits im Alter von neun Jahren begann Georg Friedrich, Kantaten zu komponieren.

Mit zwölf beeindruckte das Wunderkind am preußischen Hof in Berlin. Und bis an sein Lebensende konnte Händel die preußischen Könige zu seinen Fans zählen.

Mit 17 übernahm Händel den Posten als Domorganist in Halle. Doch bereits ein Jahr später erschien ihm Hamburg wesentlich verlockender: Dort eröffnete unter dem Komponisten Reinhard Keiser die erste deutsche Oper, in deren Orchester Händel Violine und Cembalo spielte.

1706 gönnte sich der junge Musikus und Superstar eine vierjährige Studienreise nach Italien. Auch Rom und der Vatikan gehörten zu den Anlaufstellen des Protestanten. Lang hielt sich die Vermutung, Kurienmitarbeiter hätten den begabten Händel zum Konvertieren gedrängt.

Noch in Venedig erhielt Händel das Angebot, Kapellmeister am Hof des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover zu werden. Er nahm an, handelte aber zugleich die Erlaubnis für längere Abwesenheiten vom Hof aus - ein Freifahrtschein, den er mehr als üppig nutzte.

Schon wenige Monate nach Amtsantritt reiste er nach London, wo er bald mit der Uraufführung seiner Oper "Rinaldo" erste Erfolge feierte.

Nach Hannover kehrte Händel nur noch einmal für einige Monate zurück. Im Oktober 1712 zog er endgültig nach London, wo er - von Reisen abgesehen - den Rest seines Lebens verbrachte.

Praktischerweise wurde sein Hannoveraner Kurfürst 1714 als Georg I. zum König von Großbritannien und Irland gekrönt. Für ihn hat Händel wohl die berühmte "Wassermusik" komponiert, die vermutlich 1717 bei einem Fest auf der Themse erstmals ertönte.

In London führte Händel ein komfortables Leben und schwamm auf der damaligen großen Opernwelle ganz oben.

Als Opern nicht mehr so angesagt waren, sattelte er um und schrieb fortan Oratorien.

Seinen "Messias" komponierte Händel nach einer schweren Krankheit in kürzester Zeit. 1742 ertönte das "Halleluja" dann zum ersten Mal bei der Messias-Uraufführung in Dublin. Die Einnahmen spendete er Schuldgefangenen und Armenkrankenhäusern.

Auch später in London überließ Händel die Erlöse seiner Messias-Aufführungen Armen und Entrechteten.

Am 14. April 1759 starb Händel in London.