Erasmus von Rotterdam
Erasmus von Rotterdam

12.07.2018 - 09:20

Widersacher Luthers und Mahner der Kirche Erasmus von Rotterdam

Erasmus von Rotterdam war Gelehrter, Berater von Herrscherhäusern, Priester, Mönch und Herausgeber von geistigen Texten. Heute würde man sagen: Der Mann war ein echter Tausendsassa. Am 12. Juli 1536 stirbt er 67jährig in Basel:

Augustiner-Chorherr und Priester war er auch. Doch, die meiste Zeit seines Lebens verbringt er als Gelehrter, Herausgeber und Berater von Königinnen und Königen verbringen.

Spott über seine Herkunft

"Ich bin ein Kind einer Ungesetzlichen und wie ich fürchte frevlerischen Verbindung."

Soll Erasmus einmal gegenüber dem Papst geäußert haben. Fest steht, dass er der uneheliche Sohn eines Priesters und einer Arzttochter ist.

Fest steht auch, dass er in Rotterdam geboren worden ist, entweder am 27. oder am 28. Oktober 1469.

Sein Taufname ist Erasmus, mit 25 Jahren nennt er sich Erasmus Desiderius und in den letzten 30 Lebensjahren ist sein Name Desiderius Erasmus Rotterdamus.

Bedeutendste Gelehrte Europas des 16. Jahrhunderts

"Als ein wahrer König sitzt er auf seinem Thron der Doppeldeutigkeit und macht uns einfältigen Christen das Leben schwer."

Martin Luther, ebenfalls Gelehrter und Augustinermönch über seinen Widersacher Erasmus.

Dieser greift in seinen Schriften zwar ebenfalls den moralischen Niedergang der Kirche an, doch sein Anliegen, eine inneren Reinigung der Kirche, führt ihn nicht in die Reihen der Reformatoren.

Erasmus von Rotterdam will die Kirche und die Menschheit durch höhere Bildung erneuern, eine Bildung, die zurück zur Theologie des Neuen Testaments führen soll.

Von allen großen Universitäten Europas umworben

Die meisten Jahre seiner Lehrtätigkeit verbringt er in Cambridge im Holländischen Löwen und in Basel.

In seinen Schriften wendet sich Erasmus gegen die Verweltlichung der Kirche und fordert als Humanist die Freiheit des Geistes und die Stärkung des Individuums.

Seine Waffe: Ironie

"Viele Mönche, die kein Geld anrühren wollen sind bei Wein und Frauen längst nicht so empfindlich. Beim jüngsten Gericht wird sich einer rühmen, dass er in 60 Jahren nie Geld angerührt habe, außer in Handschuhen. Ein anderer wird mit einer so schmutzigen und schmierigen Kutte auftreten, dass selbst ein Matrose sie nicht anziehen würde."

Tod im Glanze des Erfolgs

In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli stirbt er in seinem Haus in Basel. Seine letzte Ruhestätte findet er im dortigen Münster.