Johann Heinrich Pestalozzi
Johann Heinrich Pestalozzi

12.01.2017 - 07:20

Vom Bauern zum Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi

Zu den Glückskindern gehört er nicht, Johann Heinrich Pestalozzi. Am 12. Januar 1746 wird er in Zürich geboren. Doch bevor er 5 Jahre alt ist, hat er bereits den Vater und vier Geschwister verloren.

Dennoch kann er die gehoben Schule besuchen. Theologie- und Jurastudium bricht er allerdings ab. Er beginnt eine landwirtschaftliche Lehre, um als Bauer bzw. landwirtschaftlicher Unternehmer zu leben.

Suche nach der Berufung

Mit 23 kauft er nach seiner Heirat im kleinen Aargauer Dorf Birr Land und errichtet darauf seinen Neuhof. Und wieder ist ihm das Glück nicht hold: die landwirtschaftliche Unternehmung scheitert.

Es folgen 1780-1798 Jahre des Ausprobierens und Suchens, in denen Pestalozzi vor allem schriftstellerische Erfolge verbucht. Mit all seinen Werken versucht er politischer Einfluss zu nehmen auf ein System, gegen das er rebelliert.

Zufall und Scheitern verhelfen zur Zielfindung

Im März 1798 wird Pestalozzi mit der Leitung einer Anstalt für verwaiste Kinder in Stans betraut, die er aber bereits nach einem halben Jahr zugunsten eines Lazaretts auflösen muss.

Dennoch ist dieses Scheitern ein Sprungbrett zum Erfolg.

Der Aufenthalt in Stans bringt für Pestalozzi die entscheidende Lebenswende: er beschließt Lehrer zu werden.

Kurz darauf kann er im Schloss Burgdorf seine Ideen einer mit einem Lehrerseminar verbundenen Erziehungsanstalt verwirklichen.

Unterstützung von Regierung für Erziehungsprojekt

Die Helvetische Regierung unterstützt ihn. Mitarbeiter werden gefunden; nun will er seine neue Unterrichtsmethode entwickeln.

Grundlegende Schrift: "Wie Gertrud ihre Kinder lehrt"

Die Schrift macht Pestalozzi als großen Erzieher und Erneuerer der Volksschule bekannt und Besucher aus ganz Europa strömen nach Burgdorf.

Als er die Einrichtung Burghof verlassen muss, baut Pestalozzi 1804 ein Institut in Yverdon am Neuenburger See in der französischen Schweiz auf.

Pestalozzis Ideen und sein Institut in Yverdon werden schnell berühmt. Sein pädagogischer Impuls strahlt nach ganz Europa aus.

Scheitern als Ökonom

Doch ökonomische Schwierigkeiten und jahrelange Zwistigkeiten zwischen den Institutsmitarbeitern ruinieren Pestalozzis Werk, er muss das Institut 1825 auflösen.

Er zieht sich in seinen Neuhof zurück. Sein Plan ist es, wieder eine Armenanstalt aufzubauen.

Doch am 17. Februar 1827 stirbt der begeisterte Lehrer.