16.01.2015 - 09:20

Volksheld und grausamer Herrscher Iwan der Schreckliche - Zar von Gottes Gnaden

Der erste russische Zar, Iwan der IV., ist im Westen bekannt als "Iwan der Schreckliche". Abgeleitet wird dieser Name von dem russischen Beinamen Grosny – der aber auch als "der Gestrenge" übersetzt werden kann. Und Ivan IV. war beides: Gestreng in seinem Wirken und christlichem Glauben sowie grausam in seinem Handeln.

Geboren wird Iwan am 25. August 1530. Als er drei Jahre alt ist, wird Iwan IV. nominell Großfürst Russlands, denn zu diesem Zeitpunkt stirbt sein Vater.

Kind Iwan als hilfloser Thronfolger

Seine Mutter übernimmt aber zunächst die Regentschaft, doch als der Junge sieben ist, stirbt auch sie. Ein Machtkampf zwischen der herrschenden Klasse, den Bojaren, bricht in Moskau aus. Die Bojaren bereichern sich hemmungslos und lassen den kleinen Iwan und dessen Bruder hungern. Die Kinder, so wird berichtet, leben sozusagen in Armut.

Monarch von Gottes Gnaden

Am 16. Januar 1547 lässt er sich als 16jähriger nach dem Ritual des byzantinischen Kaisers zum ersten russischen Zaren krönen. Das ist eine Herausforderung gegenüber den europäischen Großmächten. Der Zar ist nur Gott und der christlichen Reichsidee verpflichtet, ein absoluter Monarch.

Iwan der IV. - absoluter Macht- und Gestaltungswille trifft Geistliche

Vier Jahre nach seiner Krönung fordert der Zar hohe Geistliche auf einem Konzil zu Reformen auf: Der Zar wirft den Geistlichen vor, dass sie "in Saus und Braus die Güter des Klosters verprassen und der gemeinsten Unzucht frönen". Außerdem fordert er die Ausbildung junger Geistlicher, die bis dahin oft nicht einmal lesen und schreiben können.

Der energische Herrscher reformiert auch das Militär. Der Sieg von Kasan macht den 22-jährigen Zaren zu einem Volkshelden. Zu Ehren des Sieges lässt Iwan auf dem Roten Platz die Basilius-Kathedrale errichten.

Der Grausame Herrscher und sein persönliches Scheitern

Neben diesem Bild des strahlenden gestrengen Herrschers, prägen auch Grausamkeit und Jähzorn seine Herrschaft: Feinde lässt er grausam zu Tode foltern und seinen Sohn erschlug der 51-jährige Zar im Jähzorn – ein Unfall.

Der Totschlag erschüttert ihn tief. Iwan Grosny setzt die Zarenkrone nicht mehr auf. Er legt auch seinen fürstlichen Schmuck nicht mehr an.

Am 18. März 1584 stirbt der Zar im Alter von 53 Jahren, plötzlich, während einer Schachpartie.