Heilige Hemma von Gurk
Heilige Hemma von Gurk

27.06.2017 - 09:20

Mildtätige Arbeitgeberin und Kirchenstifterin Heilige Hemma von Gurk

Im österreichischen Bundesland Kärnten und Slowenien ist sie die Landesheilige: Die Heilige Hemma von Gurk. Am 27. Juni 1940 wurde sie heilig gesprochen.

Ungefähr um das Jahr 980 wird Hemma geboren, Friesach ist ein aufstrebender Marktflecken, hier, am Fuße der Gurktaler Alpen, führen die Handelswege von Wien nach Venedig vorbei.

Witwe wird zu Mildtäterin

Kaiser Heinrich II. selbst und seine Frau Kunigunde sollen Hemma erzogen haben nach dem frühen Tod ihrer Eltern. Jedenfalls heiratet sie später den Markgrafen Wilhelm von Friesach-Zeltschach. Dieser aber wird 1036 ermordet.

Hemma war plötzlich Witwe und stand vor der Entscheidung, wieder zu heiraten oder ein klösterliches Leben zu führen. Sie entschließt sich, ihr großes ererbtes Vermögen für den Bau von Kirchen zu stiften.

Leben und Legende

Im Dom zu Gurk erzählen sechs Relieftafeln aus Lindenholz das Leben und die Legenden der Heiligen Hemma. Auf einer Tafel sitzt sie auf einem Stein, dem Hemmastein aus grünem Chloritschiefer, der im Gurker Dom noch heute in der Krypta steht. Dort sitzend überwacht sie den Bau der Marienkirche, in der Hand hält sie einen Geldsack.

"Von diesem Geldsack gibt es auch eine Legende und zwar die Legende vom gerechten Lohn. Und zwar haben sich die Arbeiter damals am Abend beschwert "sie bekämen einfach zu wenig Geld für ihre Arbeit" denn die Hemma hat einfach nur mit der bloßen Hand in diesen Geldbeutel hineingefasst und so viel wie sie raus bekommen hat, hat sie dann einfach den Arbeitern gegeben. Na, die haben sich natürlich beschwert "das ist ja viel zu wenig" und dann hat die Hemma gesagt: "dann nimm doch selbst den Beutel, fass doch selbst hinein". Die Arbeiter haben nach der Reihe selbst hineingefaßt und natürlich nicht mehr und nicht weniger bekommen wie sonst schon von der Heiligen Hemma selbst," erzählt die Führerin im Gurker Dom.

Kirchenbau

Es folgen weitere Kirchbauten, mindestens neun sollen es sein. Auch für den Bau des Kloster Admont stiftet Hemma das Geld. All dies trägt zur Christianisierung bei, denn es gab zuvor kaum mehr als 20 Kirchen in Kärnten. So hinterlässt Hemma wie kaum eine andere Heilige deutlich steinerne Spuren ihres Glaubens.

Um 1045 stirbt Hemma, kurz zuvor hat sie in Gurk noch ein Frauenkloster gegründet, 1174 findet sie ihre letzte Ruhestätte in der Krypta des neuen Gurker Domes, schnell wird sie verehrt.

1287 wird Hemma durch eine Überprüfung ihres Grabes selig gesprochen, bis zur Heiligsprechung dauert es aber noch über 650 Jahre. 1938 wird ihre Heiligkeit durch Papst Pius XI. bestätigt, der selber in seiner Sozialenzyklika für einen gerechten Lohn eintrat.

Pilgern zu Hemma

Im 14. Jahrhundert pilgern die Menschen in großer Zahl zum Grab der Hemma nach Gurk. Um 1370 ist von einem Wächter vor ihrem Grab die Rede. Verehrt wird sie für ihre Wohltätigkeit, Gläubigkeit und Gerechtigkeit.

Zu ihr gebetet wird, um Augenleiden zu kurieren und sie soll zu glücklichen Geburten verhelfen, wenn man denn in der Krypta des Gurker Domes unter dem Sarg hindurch kriecht.